Superwahljahr
Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock und Parteichef Robert Habeck Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock und Parteichef Robert Habeck Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Grüner Wahlspot
 

Schwere Kost für die Ohren

Es gibt viele schöne deutsche Volkslieder. „Kein schöner Land in dieser Zeit“ aus dem Jahr 1840 ist so eins. Es besingt die gesellige Zusammenkunft zur Abendstunde, die Hoffnung auf ein Wiedersehen und Gottvertrauen.

Letzteres ist notwendig, wenn man sich anhört, was die Grünen aus diesem Lied gemacht haben. Denn es mußte für deren neuen Wahlwerbespot zur Bundestagswahl herhalten. Das Ergebnis sorgt derzeit in den sozialen Medien für Fremdscham, Spott und Häme. Zu Recht.

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Grüne zeigen ihre Utopie

Denn die Kombination aus dem zum Wahlwerbespot verbrochenen Text läßt die Nackenhaare zu Berge stehen. Kostprobe gefällig?

„Müssen uns`re Erde wahr`n

Fürs Leben wird es hier zu warm

Kämpfen fürs Klima – Kurzstreckenflieger

Und meine Farm“

Darf es noch mehr sein? Bitteschön.

„Anschluß an Straße, Bus und Bahn

Und natürlich auch W-Lan (…)

Es gibt so viel, das uns vereint

Denn ja auch du bist hier gemeint“

Die Partei von Spitzenkandidatin Annalena Baerbock zeigt in den dazugehörigen Bildern, wie dieses „schöner Land in dieser Zeit“ aussehen soll: Bunt, divers, umweltfreundlich; so weit so gut. Das Filmchen präsentiert die Grünen – sonst auf Kriegsfuß mit Fleischverzehr und spießig-deutschen Ritualen – sogar von ihrer super-toleranten Seite.

Grüne und Grillgut

So hat auch eine ältere weiße Grillrunde ihren Kurzauftritt in dem Clip. Wenn das nicht eine versöhnliche Vision ist? Wollen die Grünen uns mitteilen, daß sie ihren Frieden mit den alten Biodeutschen gemacht haben, die auf den Grillspaß nicht verzichten wollen? Oder lag da Tofu auf dem Rost?

Aber halt! Grundsätzlich gilt in der Werbung: „Inhalt kann von der Darstellung abweichen.“ Also nicht wundern, wenn das nach der Wahl von einer möglichen grün mitbestimmten Regierung gelieferte Ergebnis nicht so zuckersüß ist, wie im Spot.

Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock und Parteichef Robert Habeck Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
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