Marc Zuckerberg und Facebook-Manager Tom Stockey (2.v.l.) Foto: picture alliance/AP Photo
Konservative Inhalte zensiert?

Manipulationsvorwürfe gegen Facebook

MENLO PARK. Frühere Mitarbeiter von Facebook haben schwere Vorwürfe gegen die Betreiber des sozialen Netzwerks erhoben. Sie sollen in den Vereinigten Staaten die Verbreitung von Nachrichten manipuliert haben, um Nutzern Berichte mit konservativer Ausrichtung vorzuenthalten, berichtete der Blog Gizmodo.

Eine kleine Mitarbeitergruppe habe ausgewählte Nachrichten künstlich in das computergesteuerte System „injiziert“, obwohl sie sich nicht von selbst verbreiteten hätten. So sollen Themen wie die Bewegung gegen Rassen-Diskriminierung „Black Lives Matter“ hinzugefügt worden sein, während konservative Inhalte, etwa über die Republikaner Mitt Romney und Rand Paul herausgefiltert wurden, berichtete der Blog.

Solch eine journalistische Priorisierung bestimmter Themen ist nicht illegal. Allerdings steht diese Vorgehensweise im Gegensatz zur Firmenphilosophie von Facebook, die dem Nutzer Nachrichten verspricht, „die kürzlich auf Facebook populär geworden sind”.

Konservative Facebook-Seiten gezielt ausgebremst

Ausführlich gaben die ehemaligen Mitarbeiter dem Blog zufolge zu Protokoll, wie die Manipulation funktioniert haben soll. Artikel konservativer Seiten, die sich eigentlich stark genug verbreitetet hatten, um vom Facebook-Algorithmus aufgegriffen zu werden, sollen so lange ausgebremst worden sein, bis ähnliche Artikel der Mainstream-Medien wie New York Times, BBC und CNN das Thema ebenfalls publiziert hätten.

Facebook-Manager Tom Stocky betonte nun, solche Manipulationen seien nach den internen Richtlinien verboten und es gebe technische Barrieren dagegen. Zudem würden die Aktionen der Mitarbeiter aufgezeichnet und kontrolliert. Aufgabe des Teams sei es vor allem, die von einer Software ermittelten Trend-Nachrichten lediglich auf Doppelungen, Fälschungen oder schwache Quellenlage zu prüfen. (mv)

Marc Zuckerberg und Facebook-Manager Tom Stockey (2.v.l.) Foto: picture alliance/AP Photo

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