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Fernsehtip
 

Asyldebatte: „Sind wir Ausländerfeinde?“

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Asylbewerber vor ihrer neuen Unterkunft in Berlin-Hellersdorf Foto: picture alliance/dpa

BERLIN. Die Asylzahlen steigen und steigen. In Städten und Kommunen werden die Unterkünfte knapp. Neue Asylanten- und Flüchtlingsheime müssen her. Hiergegen regt sich zunehmend Protest.

Ob in Duisburg-Rheinhausen, wo rund 600 Zigeuner in einem Achtstöcker untergebracht sind, oder in Berlin-Hellersdorf, wo unlängst in einer ehemaligen Schule ein Asylbewerberheim eingerichtet wurde: Die Anwohner machen ihrem Unmut Luft. Sie haben Angst vor steigender Kriminalität und unhaltbaren Zuständen auf der Straße.

„Droht tatsächlich Überfremdung oder ist das Fremdenhaß?“

Das wiederum ruft die Politik auf den Plan: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) befürchtet beispielsweise, die Proteste gegen die Asylbewerber und Armutsflüchtlinge könnten dem Ruf Deutschlands in der Welt schaden.

In der ARD nimmt sich am Dienstagabend Sandra Maischberger des Themas an und fragt: „Wut auf Asylbewerber: Sind wir Ausländerfeinde?“ Maischberger will wissen, ob „die Proteste gegen die Unterbringung der Asylbewerber von rechten Aufwieglern gesteuert“ oder die Sorgen der Anwohner berechtigt sind. „Droht tatsächlich Überfremdung oder ist das Fremdenhaß?“

Als Gäste geladen sind unter anderem der Journalist Michel Friedman und Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Friedman ist beunruhigt über die Proteste in Berlin-Hellersdorf und findet laut Ankündigung: „Die aktuelle Zahl der Asylbewerber ist weit davon entfernt, eine kritische Masse zu sein. Unsere Gesellschaft muß das aushalten.“

„Vorurteile und teilweise abstruse Überfremdungsängste“

Auch Buschkowsky schämt sich für die „ausländerfeindliche Haltung“ in Hellersdorf. Er selbst lehnte aber im vergangenen Jahr die Pläne zur Unterbringung von 500 Asylbewerbern in seinem Bezirk ab. Asylbewerber sollten seiner Meinung nach arbeiten dürfen, beispielsweise als Kofferträger, und dadurch integriert werden.

Weitere Gäste sind die aus Somalia stammende Moderatorin und ehemalige Asylbewerberin Khadra Sufi sowie die ARD-Journalistin Caroline Walter, die für eine Dokumentation vier Wochen in einem hessischen Asylbewerberheim lebte. „In den Gesprächen mit den Einheimischen stieß Walter auf Vorurteile und teilweise abstruse Überfremdungsängste“, heißt es auf der Internetseite der Sendung

Einziger Gegenpart zu der Runde ist der Schweizer Journalist und stellvertretende Chefredakteur der Weltwoche, Philipp Gut. Er verteidigt die jüngste Verschärfung des Asylrechts in der Schweiz und sagt: „Wenn Asylheime öffnen, steigt in vielen Fällen die Kriminalität in der Region. Autos werden aufgebrochen, die Zahl von Einbrüchen geht hoch.“

> Menschen bei Maischberger: Wut auf Asylbewerber: Sind wir Ausländerfeinde? ARD, Dienstag, 27. August, 22.45 Uhr.

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