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Literatur: Buntland analysiert, seziert und karikiert

Literatur: Buntland analysiert, seziert und karikiert

Literatur: Buntland analysiert, seziert und karikiert

Der Islam mit dem CSD auf deutschen Straßen. Buntland ist, wenn eine Muslima einen CSD-Umzug filmt.
Der Islam mit dem CSD auf deutschen Straßen. Buntland ist, wenn eine Muslima einen CSD-Umzug filmt.
Eine Muslima vor steht vor einem CSD-Umzug: Symbolbild von Buntland. Foto: IMAGO / Markus Matzel
Literatur
 

Buntland analysiert, seziert und karikiert

Freibad-Gewalt, der omnipräsente Regenbogen, AfD-Bann aus Staatsämtern, Deutschlandfahnen-Verbot, leichte Sprache und grüne Theokratie – all das macht die „Umerziehungsrepublik Buntland“ aus. Warum Thomas Hartungs Essaysammlung über bloßes Lesevergnügen hinausgeht.
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Zwanzig Essays, in denen der ganze Wahnsinn unserer Gegenwart aufgeführt wird. Muß man sich das antun? Ja, unbedingt. Denn dann wissen Sie von einer grünen Stadträtin aus Bayern, die sich bemüßigt fühlte, folgende Frage in die Welt zu werfen: „Organspenden an AfD-Wähler*innen?“ und gleich die Antwort mitlieferte, daß dies nur bedingt zumutbar sei. Ihrer Aussage, zur Abstimmung auf X freigegeben, stimmte von 3.800 Nutzern ein Viertel zu. Thomas Hartung dazu in seinem Buch: „Die Frage, wer leben darf, wird mit der Frage verknüpft, wie jemand wählt.“

Und es geht noch weiter: Rassismus gegen Deutsche sei richtig und wichtig, glaubte die türkischstämmige Journalistin Sibel Schick twittern zu müssen. Aber Buntland wäre nicht Buntland, hätte diese Aussage einen größeren medialen Empörungslevel erklommen. Wie anders war es da bei den alkoholisierten Schickimicki-Jugendlichen, die Pfingsten 2024 zu „L’amour toujours“ des italienischen DJs Gigi D’Agostino „Deutschland den Deutschen. Ausländer raus“ sangen.

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Alle sich für wichtig haltenden „Unsere Demokratie“-Politiker bekundeten ihre tiefe Abscheu gegen diese „Prosecco-Nazis“ in ihrer „wohlstandsverwahrlosten Parallelgesellschaft“. Was sich da auf Sylt abgespielt habe, sei eine „Schande für Deutschland“, „rassistisch“, „menschenverachtend“, „eklig“. Auch der Tagesschau war der Skandal ein zweiminütiger Beitrag wert. Was ist dagegen schon das Ausrufen des Kalifats oder Tötungsdelikte oder Vergewaltigungen abgelehnter Asylbewerber? Hartung schreibt von zwei Facebook-Nutzern, die den NDR aufforderten, statt über Gesang auf Sylt über diese Kriminalitätsfälle zu berichten. Die öffentlich-rechtliche Antwort bestand aus einem Gähn-Smiley.

Eine Generalabrechnung mit vielem, was schiefläuft

Wie war das noch im Mai dieses Jahres? Die Christian-Albrechts-Universität in Kiel sorgte für einigen Unmut, als im Zuge einer Islamwoche ein salafistischer Redner auftreten durfte und die Geschlechter getrennte Eingänge benutzen mußten und Männer vorne und Frauen hinten getrennt saßen. Für Hartung ein Beleg, „wie weit die Toleranz gegenüber intoleranten Ideologien bereits gediehen ist“.

Auch die Zustände in den Freibädern, die immer vorlauter auftretende Regenbogencommunity, der pauschale Ausschluß von AfD-Mitgliedern aus Staatsämtern in Rheinland-Pfalz, die Verunglimpfung der Deutschlandfahne, der Trend zur leichten Sprache, die grüne Theokratie und vieles mehr sind die Themen, die die Essays behandeln.

„Umerziehungsrepublik Buntland“ ist auch eine nützliche Diskussionsvorlage

Der 1962 in Erfurt geborene Hartung, der sich als Erzliberalkonservativer bezeichnet, promovierte nach seinem Lehramtsstudium in Magdeburg zur deutschen Gegenwartsliteratur. Er war als Radio- und Fernsehjournalist tätig sowie als freiberuflicher Dozent für Medienproduktion und Medienwissenschaft. Im April 2013 war er Mitbegründer der AfD in Sachsen, deren zweiter Vorsitzender er wurde. Seit März 2020 fungiert Hartung als Pressesprecher der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg.

„Umerziehungsrepublik Buntland – Wider die Demontage des Eigenen“ ist Hartungs vierter Essayband. Er ist unterteilt in drei Teile: Gesellschaft, Politik, Kultur. Trotz analytischem Scharfsinn mit Leidenschaft geschrieben, bietet das Buch neben Lesevergnügen auch eine nützliche Vorlage für Diskussionen mit den Vertretern des herrschenden Zeitgeistes.

Frank Böckelmann, der Herausgeber der Zeitschrift Tumult, schreibt in seinem Vorwort: „Seine Texte analysieren, sezieren, karikieren – aber stets im Dienst einer republikanischen Idee, die auf Herrschaftskritik, Eigensinn, Souveränität und Unterscheidungsvermögen gründet.“

Aus der JF-Ausgabe 09/26.


Thomas Hartung: Umerziehungsrepublik Buntland. Wider die Demontage des Eigenen. Gerhard Hess Verlag, Uhingen 2025, broschiert, 254 Seiten, 20,50 Euro

Eine Muslima vor steht vor einem CSD-Umzug: Symbolbild von Buntland. Foto: IMAGO / Markus Matzel
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