MÜNCHEN. Der ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hat vor einer Vereinnahmung der Proteste gegen „Rechts“ seitens linksradikaler Gruppen gewarnt. „Wenn diese spalterischen Tendenzen, wenn diese Instrumentalisierungsversuche von links außen allerdings anhalten, werden sie das Gegenteil bewirken“, mahnte er auf Facebook nach dem Besuch einer Kundgebung in der bayerischen Landeshauptstadt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„Es ist beeindruckend, wie viele Bürgerinnen und Bürger sich nun für die Demokratie engagieren wollen“, lobte Nida-Rümelin. Weniger schön sei hingegen der Versuch der Instrumentalisierung dieses Engagements. „Viele Plakate richteten sich gegen Haß, vom Podium wurde Haß gepredigt.“
Nida-Rümelin: Müssen auch gegen Wokeness demonstrieren
Gleich zu Beginn seien die Ampelparteien sowie die Christdemokraten scharf kritisiert worden, weil sie an der Reform des EU-Asylrechts mitwirkten. Die Redner hätten daraufhin nicht nur die Abschaffung aller Staatsgrenzen gefordert, sondern auch zum Kampf gegen den Kapitalismus aufgerufen.
Bereits am Samstag hatte der Philosoph gefordert, den Blick nicht auf „rechtsextreme Hetze“ zu verengen. Wer vernünftig sei, müsse auch gegen „woke Intoleranz, Ideologisierung, Cancel Culture und populistisch-ordinäre Sprücheklopferei“ aufstehen. Er hoffe auf eine Veränderung der Stimmungslage bei den Demonstrationen. (zit)