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Politisierung des DFB: Füllkrug: Nationalelf sollte „keine Signale“ mehr senden

Politisierung des DFB: Füllkrug: Nationalelf sollte „keine Signale“ mehr senden

Politisierung des DFB: Füllkrug: Nationalelf sollte „keine Signale“ mehr senden

Niclas Füllkrug jubelt nach seinem Tor im Nationalmannschafts-Trikot im Vorbereitungsspiel gegen Oman (1:0).
Niclas Füllkrug jubelt nach seinem Tor im Nationalmannschafts-Trikot im Vorbereitungsspiel gegen Oman (1:0).
Niclas Füllkrug jubelt nach seinem Tor im Nationalmannschafts-Trikot im Vorbereitungsspiel gegen Oman (1:0). Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ariel Schalit
Politisierung des DFB
 

Füllkrug: Nationalelf sollte „keine Signale“ mehr senden

Niclas Füllkrug, einer der wenigen deutschen Lichtblicke bei der WM in Katar, appelliert, daß „wir Spieler uns auf den Fußball konzentrieren können“. Andere Nationen müßten auch keine Zeichen setzen.
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BREMEN. Deutschlands Mittelstürmer Niclas Füllkrug, der bei der WM in Katar das 1:1 gegen Spanien erzielte, hat an die Verantwortlichen appelliert, die Nationalelf zu entpolitisieren. Er stehe zwar „überhaupt nicht zu den Werten in Katar“, sagte er der Welt. „Aber wir Spieler sollten uns auf den Fußball konzentrieren können.“ Bei den anderen Nationen sei von den Sportlern auch nicht erwartet worden, „sich zu positionieren oder irgendwelche Signale zu senden“.

Der 29jährige, der erst kurz vor dem Turnier in den DFB-Kader kam, klagte: „Da wird darüber diskutiert, ob Manuel Neuer, der ein super sympathischer Typ ist, die ‚One Love‘-Binde trägt – obwohl es ein Fifa­-Reglement gibt, und das Tragen verboten war.“ Außerdem sei die Entscheidung, in dem Emirat eine WM auszutragen, bereits „vor Jahren getroffen“ worden. Darin liege „der Fehler“.

Der von einem ehemaligen SPD-Politiker geführte DFB hatte bei der Frage nach dem politischen Zeichen, das gesetzt werden solle, sogar den wichtigsten SPD-Wahlkampfberater um Hilfe gebeten. Und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte sich kurz vor der WM sogar für „verantwortlich“ für die deutsche Mannschaft erklärt.

Füllkrug: Mund-zu-Geste in Deutschland „belächelt“

Die Diskussion um die „One Love“-Binde habe vor dem verlorenen Spiel gegen Japan „bei uns keine große Rolle gespielt“, berichtet der Spieler von Werder Bremen nun. Füllkrug: „Es wurde einmal kommuniziert, daß wir ein Signal senden sollen, was wir mit der Hand-vor-dem-Mund-Geste taten.“ Im Ausland sei das „positiv gesehen“ worden, „in Deutschland wurde die Geste belächelt“.

Füllkrug beklagt die Erziehung der Fußballer zu Duckmäusern: „Seit Jahren wird den Spielern in der Ausbildung und im weiteren Karriere-Verlauf gesagt: ‚Bitte bloß keine Unruhe, haltet euch zurück, fallt nicht auf.‘“ Er sei der Meinung, „daß man im Fußball auffällig sein darf, daß Reibung besser ist, als sie nicht zu haben“. Allerdings solle man das nicht übertreiben. (fh)

Niclas Füllkrug jubelt nach seinem Tor im Nationalmannschafts-Trikot im Vorbereitungsspiel gegen Oman (1:0). Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ariel Schalit
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