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Politik statt Fußball: „Zeichen setzen“: Wie eine SPD-Clique die Nationalelf kapert

Politik statt Fußball: „Zeichen setzen“: Wie eine SPD-Clique die Nationalelf kapert

Politik statt Fußball: „Zeichen setzen“: Wie eine SPD-Clique die Nationalelf kapert

Mit der Mund-zu-Geste vor dem Spiel gegen Japan hatte sich die DFB-Auswahl weltweit lächerlich gemacht.
Mit der Mund-zu-Geste vor dem Spiel gegen Japan hatte sich die DFB-Auswahl weltweit lächerlich gemacht.
Mit der Mund-zu-Geste vor dem Spiel gegen Japan hatte sich die DFB-Auswahl weltweit lächerlich gemacht. Foto: picture alliance/dpa | Robert Michael
Politik statt Fußball
 

„Zeichen setzen“: Wie eine SPD-Clique die Nationalelf kapert

Jetzt kommen Hintergründe über die Politisierung der Nationalelf ans Licht. Hinter dem „Zeichen setzen“ steckt eine SPD-Clique, vom DFB-Chef über die Innenministerin bis zum PR-Berater des Kanzlers.
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FRANKFURT AM MAIN. Deutschland hat sich mit dem Theater um die „One-Love“-Binde international lächerlich gemacht und mit der Ablenkung aufs Politische das sportliche Ausscheiden verursacht. Jetzt kommt heraus: Hinter der Politisierung der Nationalelf steckt eine SPD-Connection, die gegen die große Mehrheit der Spieler ihr Süppchen gekocht hat.

Nur Torwart Manuel Neuer, der bei der WM neben seinen politischen Mätzchen auch durch bisher nicht gekannte Fehler auffiel, und der „Antifaschist“ Leon Goretzka wollten, daß sich die Mannschaft vor der Auftaktniederlage gegen Japan den Mund zuhielt. Das berichtet die ARD. Goretzka stand nicht einmal in der Startelf. Der Rest wurde offenbar zu der Geste gezwungen. Doch von wem?

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte zunächst als SPD-Sprecher in Berlin und in Nordrhein-Westfalen, dann als Landesgeschäftsführer der NRW-Sozialdemokraten sowie als Staatssekretär eine mittelmäßige Partei-Karriere gemacht. Der Fußball bot ihm ein neues Aktionsfeld und eine höhere Position. Seit 11. März ist der Multifunktionär Chef des größten Fußball-Verbandes der Welt. Die „One-Love“-Binde oder eine andere politische Parole wollte der 61jährige auf Biegen und Brechen durchsetzen. Zur Seite stand ihm dabei Manager Oliver Bierhoff, der 2015 aus der einst für Identifikation mit den Deutschen stehenden Nationalelf das unbeliebte Polit-Marketingprodukt „Die Mannschaft“ geformt hatte.

Die Rolle von SPD-Innenministerin Faeser

Im Hintergrund machte Neuendorfs Genossin, Innenminister Nancy Faeser (SPD), Druck. In den ARD-„Tagesthemen“ bestätigte sie kurz vor der WM wie selbstverständlich, sie sei für die Nationalmannschaft „verantwortlich“. Eigentlich ist dies in demokratischen Staaten der Nationaltrainer. Zum Auftaktspiel erschien die Politikerin dann im Stadion mit der Regenbogen-Herz-Armbinde.

Als die Fifa diese für die Spieler nicht zugelassen, sondern auf ihre sechs zur Verfügung gestellten Binden mit politischen Botschaften verwiesen hatte – darunter „No Discrimination“, „Say No to Racism“ oder „Save the Planet“ –, brach rund um die Nationalmannschaft Hektik aus. Die Sportpolitk bzw. der Politiksport wollte ein eigenes Zeichen setzen, um der Welt zu demonstrieren, wie gut das Land ist. Dafür reichten die Losungen des Weltverbandes nicht aus.

Nationalelf fühlt sich „instrumentalisiert“

Zum Leidwesen der meisten Spieler ging es kurz vor dem Japan-Spiel darum, wie sich das Team auf dem Platz nun politisch positioniere. Dazu gab es aus Sicht der Funktionäre keine Alternative. Die Fußballer waren „genervt“ und fühlten sich „instrumentalisiert“, enthüllt jetzt die ARD. Der DFB drang aber darauf, daß die Kicker als Aktivisten einen woken Klassenstandpunkt einnehmen. Doch wie?

Die SPD hatte im vergangenen Bundestagswahlkampf gute Erfahrungen mit Politik-Berater Raphael Brinkert gemacht. Als die Partei zunächst unter schlechten Umfrageergebnissen litt, holte man ihn ins Boot. Er stellte für den Kandidaten Olaf Scholz die Kampagne so um, daß dieser Kanzler wurde.

Auf Brinkert geht auch zurück, daß Goretzka vor der Europameisterschaft 2021 im Magazin des Staatskonzerns „Die Bahn“ mit DFB-Trikot und diversen Antifa-Devotionalien posierte. Einmal schwenkte er eine „Gegen Nazis“-Fahne, dann trug er einen großen „Kein Fußball den Faschisten“-Sticker, und ein weiteres Mal hielt er ein Banner mit derselben Parole hoch.

SPD-Wahlkämpfer berät den DFB

Nun sollte Brinkert sein Werk an der gesamten Nationalmannschaft verrichten und ihr das „Zeichen“ erarbeiten, das sie setzen sollte. Der SPD-Wahlkämpfer war eilig dazugeholt worden, als Neuendorf, Faeser und Bierhoff nicht mehr weiterwußten. Letztlich einigte man sich gegen die überwiegende Mehrheit des Kaders auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, sich die Hand vor den Mund zu halten. Brinkert-Schützling Goretzka und Kapitän Neuer sollen die einzigen im 26-Mann-Kader gewesen sein, die das unterstützten.

Ex-SPD-Politiker Bernd Neuendorf und der „Merklianer“ Oliver Bierhoff verpflichteten die Elf dann darauf, sich beim Mannschaftsfoto vor dem ersten Spiel genauso zu verhalten. Die Konzentration auf das Japan-Spiel habe unter den zahlreichen Debatten bei den politischen Klausurtagungen der Sportler erheblich gelitten, sagen Profis nachträglich. Es folgte die Niederlage gegen Japan, die dann das Vorrunden-Aus bei der WM besiegelte. Weder Bierhoff noch Neuendorf oder Kapitän Neuer erwägen bisher einen Rücktritt nach dem Debakel.

Mit der Mund-zu-Geste vor dem Spiel gegen Japan hatte sich die DFB-Auswahl weltweit lächerlich gemacht. Foto: picture alliance/dpa | Robert Michael
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