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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, r.) mit einer Currywurst in einer Werkskantine des Autobauers VW (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Sebastian Gollnow
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, r.) mit einer Currywurst in einer Werkskantine des Autobauers VW (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Sebastian Gollnow

Der Umwelt zuliebe
 

VW streicht Fleisch vom Speiseplan

WOLFSBURG. Die Kantine im Verwaltungszentrum des Volkswagen-Konzerns (VW) soll nach dem Betriebsurlaub künftig nur noch fleischlose Gerichte anbieten. Viele Mitarbeiter hätten sich vegetarische und vegane Speisen gewünscht, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf ein internes Schreiben des Unternehmens.

Zugleich diene die Neuorganisation des Speiseplans dem Thema Nachhaltigkeit. Denn der Verzicht auf Fleisch helfe auch der Umwelt. Nur hin und wieder soll demnach Fisch auf den Tisch kommen.

Jedoch müsse kein Mitarbeiter auf Currywurst und Schnitzel verzichten. In einer Kantine in der Nähe der Verwaltungszentrale werde es nach wie vor Fleisch geben.

VW zögert mit Anzeige gegen Greenpeace

In den vergangenen Monaten hatte sich VW bemüht, sich ein progressives Image zu geben. So entschuldigte sich der Konzern dafür, über automatisch eingebundene Werbeplätze auf dem rechtskonservativen Internetportal „Breitbart“ Anzeigen geschaltet zu haben. „Volkswagen distanziert sich eindeutig von jedem extremistischen Gedankengut“, teilte VW laut Nachrichtenagentur dpa damals mit. „Es ist uns äußerst wichtig, daß keine Anzeigen in extremistischen, diskriminierenden und die Menschenwürde verletzenden Publikationen geschaltet werden“, versicherte eine Unternehmenssprecherin.

Nachdem im Mai Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace Hunderte VW-Autschlüssel von einem Firmengelände in Niedersachsen gestohlen hatten, zögerte das Unternehmen zunächst, Anzeige zu erstatten. Man sei zum kritischen Dialog bereit, äußerte sich nach der Aktion eine VW-Sprecherin. Erst Wochen später zeigte der Konzern Greenpeace an.

Im Jahr zuvor hatte VW unter anderem von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes scharfe Kritik für einen Werbespot geerntet, in dem ein schwarzer Mann von einer weißen Hand hin und her geschubst wird. Volkswagen räumte kurz darauf ein, der Film sei „falsch und geschmacklos“ und man distanziere sich davon.

VW verstärkt betriebsinternen „Kampf gegen Rechts“

Als die AfD 2019 ihren Bundesparteitag in der Volkswagen-Halle in Braunschweig abhalten wollte, verlangte der Autobauer vom Betreiber des Veranstaltungsortes, den VW-Schriftzug vorübergehend unkenntlich zu machen. „Diese Partei stellt sich eindeutig gegen Werte unseres Konzerns wie Respekt, Vielfalt, Toleranz und partnerschaftliches Miteinander“, teilte Betriebsratssprecher Heiko Lössie damals mit. Der Betriebsrat verstärkte im gleichen Jahr den „Kampf gegen Rechts“ in den eigenen Reihen unter Mithilfe des Arbeitskreises Antifa bei der Wolfsburger IG Metall.

Bereits zuvor hatte die AfD hat dem Konzern „Gesinnungskontrolle“ und ein „bevormundendes Demokratieverständnis“ vorgeworfen. Hintergrund war die Entscheidung der Autobauer aus Wolfsburg, der niedersächsischen AfD-Landtagsfraktion bei der Anschaffung von Fraktionsfahrzeugen oder anderen Dienstwagen keine vergünstigten Konditionen zu gewähren. Bislang hatte der Konzern sämtlichen Landtagsfraktionen bei der Anschaffung von Dienstfahrzeugen die Möglichkeit auf Rabatte gegeben.

Unterdessen beschloß die VW-Tochter Audi im März eine Richtlinie zur gendergerechten Sprache. Ein Jahr lang habe eine Projektgruppe an dem 13seitigen Papier mit dem Titel „Vorsprung beginnt im Kopf“ gearbeitet. „Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität sind die Basis unserer Unternehmenskultur, dies machen wir auch in unserer Sprache deutlich“, sagte die Personalchefin im Audi-Vorstand. (ag)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, r.) mit einer Currywurst in einer Werkskantine des Autobauers VW (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa | Sebastian Gollnow
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