Volkswagen-Halle: „Wir dulden keine AfD-Versammlung in einer Halle, die als ‘Volkswagen-Halle’ ersichtlich ist“ Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa / Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
„Wir dulden keine AfD-Versammlung“

AfD-Parteitag: VW will Schriftzug von Halle abdecken

BRAUNSCHWEIG. Der Volkswagen-Konzern hat den Betreiber der Volkswagen-Halle in Braunschweig aufgefordert, den Schriftzug während des AfD-Bundesparteitags unkenntlich zu machen. Hintergrund ist eine Erklärung des VW-Betriebsrats. „Diese Partei stellt sich eindeutig gegen Werte unseres Konzerns wie Respekt, Vielfalt, Toleranz und partnerschaftliches Miteinander“, teilte Betriebsratssprecher Heiko Lössie laut der Braunschweiger Zeitungam Mittwoch mit.

„Als Belegschaftsvertretung von Volkswagen haben wir daher eine klare Forderung: Wir dulden keine AfD-Versammlung in einer Halle, die als ‘Volkswagen-Halle’ ersichtlich ist“, verdeutlichte der Betriebsrat.

Eigentümer der Halle ist eine stadteigene Betriebsgesellschaft. „Gleichwohl möchte das Unternehmen dem Wunsch der Belegschaft selbstverständlich entsprechen und fordert den Betreiber der Stadthalle auf, die Kennzeichnung der Halle während der Veranstaltung unkenntlich zu machen“, zitiert das Blatt einen VW-Sprecher.

Özdemir: AfD soll stattdessen Erdogan-Bild aufhängen

Die Betriebsgesellschaft erklärte, sie müsse als öffentlich-rechtliches Unternehmen allen rechtsstaatlichen, nicht verbotenen Parteien Räumlichkeiten vermieten. „Das müssen wir nicht in jedem Fall gut finden, aber wir müssen professionell arbeiten“, sagte Geschäftsführer Stephan Lemke der Zeitung. Ob die VW-Kennzeichnung unkenntlich gemacht werden könne, werde derzeit geprüft.

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir lobte die Forderung des Konzerns. „Danke an Volkswagen! Die Deutschland-Hasser von der AfD können doch stattdessen ein Bild von Putin, Trump, Erdogan, Strache oder Bolsonaro an die Wand hängen. Motto: legal, illegal, scheißegal – unsere Vorbilder. Wäre jedenfalls mal ehrlich“, schrieb Özdemir auf Twitter.

VW fiel bereits mehrfach mit Anti-AfD-Äußerungen auf

Volkswagen hatte bereits in der Vergangenheit mit AfD-kritischen Äußerungen und Entscheidungen für Schlagzeilen gesorgt. Im Juli änderte der Konzern seine Betriebsvereinbarungen. „Äußerungen, Verhaltensweisen und Symbole, die fremdenfeindlich, extremistisch, antisemitisch oder auf andere Weise menschenverachtend sind oder damit im Zusammenhang stehen“ sind seither unvereinbar mit den VW-Bestimmungen.

Zudem verweigerte das Unternehmen der niedersächsischen AfD-Landtagsfraktion Rabatte auf Dienstwagen. VW-Vorstandsmitglied Hiltrud Werner hatte Anfang März vor einem Erstarken der AfD in den östlichen Bundesländern gewarnt. Wir schauen mit Sorge sehr genau hin, wie viele Arbeitnehmer die AfD erreicht.“ Es wäre „schrecklich, wenn die Menschen die Wahlen 2019 nur nutzen, um der Regierung eins auszuwischen“. (ls)

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