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Eine Regenbogenflagge an einer Kölner Kapelle erhitzt derzeit die Gemüter (Symbolbild) Foto: picture alliance / imageBROKER | Svarc, P.
Eine Regenbogenflagge an einer Kölner Kapelle erhitzt derzeit die Gemüter (Symbolbild) Foto: picture alliance / imageBROKER | Svarc, P.

Köln
 

Pfarrer und Gemeinde streiten über Regenbogenflagge an Kapelle

KÖLN. Ein besonderer Kirchenkampf tobt derzeit im Kölner Stadtteil Auweiler. Auslöser ist eine Regenbogenflagge, die Mitte März an einer Kapelle angebracht wurde. Eine Anwohnerin vermutete gegenüber dem Express, daß das als Zeichen des Protests gegen die Haltung der katholischen Kirche zu Homosexuellen gemeint sei. Diese hatte zu dem Zeitpunkt die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare abgelehnt.

Demnach plädierten mehrere Familien aus Auweiler auf Flugblättern im Umfeld der Kapelle für eine vielfältige Gemeinde, „in der jeder Mensch so angenommen und respektiert wird, wie er ist, nämlich als Abbild Gottes“.

Doch der Pfarrer der Gemeinde, Georg de Valle, empfand diese Art von Schmuck gerade an den Ostertagen als unpassend. So machte unter den Auweilern die Runde, daß der Geistliche dabei gewesen sei, als die Regenbogenfahne entfernt wurde, die als internationales Symbol der Homo-Bewegung gilt.

„Als würde jeden Moment der CSD durchs Dorf ziehen“

Gegenüber dem Boulevardblatt sagte der Priester: „Ich hatte vor Ostern von der Fahne erfahren durch Leute, die sich gemeldet hatten, damit die Fahne abgehängt wird. Die Ostertage sind die wichtigsten im Kirchenjahr und sollen keine Tage für Diskussionen sein. Sie verdienen Respekt.“

Doch damit wollte es ein Teil der Gemeindemitglieder nicht belassen. „Die Auweiler lassen sich sowas nicht bieten“, gab sich eine Anwohnerin trotzig. Mittlerweile stellten Unbekannte drei Fahnenmasten mit neuen Regenbogenflaggen um die Kapelle auf. Die hängen „in nicht so leicht erreichbarer Höhe“, freute sie sich. „Nun sieht es hier ein bißchen so aus, als würde der CSD (Christopher Street Day – Anm.) jeden Moment durchs Dorf ziehen.“

Katholische Kirche steht im Rheinland unter Druck

Pfarrer de Valle zeigte sich demnach dialogbereit, um die Provinzposse nicht weiter eskalieren zu lassen. „Wir haben hier Gremien, um über solche Dinge gemeinsam zu sprechen.“

Ob sich die katholische Kirche im Rheinland, die derzeit durch den Mißbrauchsskandal und die unglückliche Öffentlichkeitsarbeit des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki in der Sache gehörig unter Druck steht, einen öffentlichen Streit um Regenbogenflaggen liefern will, darf bezweifelt werden. Womöglich wird der Auweiler Pfarrer klein beigeben müssen. Immerhin beteiligte sich die katholische Kirche schon 2017 an einem ökumenischen Gottesdienst zum CSD.

Eine Regenbogenflagge an einer Kölner Kapelle erhitzt derzeit die Gemüter (Symbolbild) Foto: picture alliance / imageBROKER | Svarc, P.
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