Jürgen von der Lippe - Voll Fett
Jürgen von der Lippe bei einem Auftritt in Düsseldorf Foto: picture alliance/Revierfoto/Revierfoto/dpa
Gender, Me too, und Klimadebatte

Von der Lippe beklagt Politische Korrektheit in Deutschland

BERLIN. Der Komiker Jürgen von der Lippe hat die Zunahme der Politischen Korrektheit in Deutschland gegeißelt. „Wir bekommen gerade eine richtige Prüderie-Welle in Deutschland“, beklagte er im Interview mit der Bild am Sonntag. „Wenn ich daran denke, daß die Linken in Berlin-Kreuzberg Dessous-Models auf kommunalen Werbetafeln verbieten wollen, oder daß die Basketballer von Alba Berlin die Cheerleader abgeschafft haben.“ Und dies geschehe alles nur aus Angst vor der veröffentlichten Meinung in den sozialen Netzwerken. Dies sei „die Pest unserer Tage“ bezeichnete.

Durch die #Metoo-Bewegung gegen sexuelle Attacken und Sexismus sieht von der Lippe die Menschheit vor dem Aussterben. „Es traut sich ja keiner mehr, ‘ne Frau anzugraben“, da dies schnell als übergriffig gelte. „Wenn es so freudlos wird, ist es auch nicht schade um die Menschheit.“

Bekenntnis zum generischen Maskulinum

Auch über die gendergerechte Sprache mockierte sich der Unterhaltungskünstler. „Niemand wird ernsthaft annehmen können, daß in einem Arztkittel nur Männer stecken. Wohingegen der Ärztinnenkittel ja dann etwas Spezifisches haben müßte, weil es ja sonst ein Arztkittel wäre.“ Das generische Maskulinum könne man „nicht einfach wegdiskutieren“.

Zur Klimadebatte sagte von der Lippe, sie sei vernünftig, um etwas anzustoßen. „Aber in Deutschland entsteht dann immer so eine Blockwart-Mentalität.“ Das sei schon bei der Mülltrennung so gewesen, als die Leute ihre Nachbarn beobachtet hätten, ob sie ihren Müll auch richtig trennen. „So ist es jetzt beim Klima auch. Da heißt es dann: ‘Ach, gibt es schon wieder Fleisch bei Ihnen’?“ (tb)

Jürgen von der Lippe bei einem Auftritt in Düsseldorf Foto: picture alliance/Revierfoto/Revierfoto/dpa

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