Der Einzug Jesu in Jerusaelm bei den Oberammergau Passionsspielen 2010 Foto: picture alliance/imageBROKER
Oberammergau Passionsspiele

Peta: Jesus soll auf E-Scooter in Jerusalem einrollen

STUTTGART. Die Tierschutzorganisation Peta hat die Stadt Oberammergau aufgefordert, bei den Passionsspielen im kommenden Jahr keine Esel mehr einzusetzen. Stattdessen solle Jesus auf einem Elektroroller in Jerusalem einreiten. Bereits vor vier Wochen hatte sich Peta in einem Schreiben an den Oberammergauer Bürgermeister Arno Nunn (parteilos) gewandt und diesen gebeten, bei den Passionsspielen 2020 auf lebende Tiere zu verzichten.

Die Oberammergauer Passionsspiele gelten als die weltweit bekannteste Darstellung der letzten fünf Tage im Leben Jesu von seinem Einzug in Jerusalem am Palmensonntag bis zu seiner Kreuzigung am Karfreitag. Sie finden seit 1634 statt und werden traditionell von den dortigen Einwohnern alle zehn Jahre aufgeführt – zuletzt 2010. Für das kommende Jahr haben sich beispielswiese 1.830 erwachsene Oberammergauer gemeldet, dazu werden noch über 500 Kinder kommen. „Es werden also über 2.300 Mitwirkende aus allen Generationen sein, vom Kleinkind, bis zu Anni Drohmann, die mit 96 Jahren die älteste Spielerin auf der Bühne sein wird“, heißt es auf der Internetseite der Passionsspiele.

„Jesus würde sich heute tier- und umweltfreundlich fortbewegen“

Wie in der Bibel beschrieben, reitet auch der Jesus-Darsteller bei den Aufführungen auf einem Esel. Und genau daran stört sich Peta. Der Ritt eines erwachsenen Mannes auf einem Esel sei nach heutigen Erkenntnissen tierschutzwidrig, argumentiert die Organisation. Die Belastung dürfe für einen Esel nicht mehr als 20 Prozent des eigenen Körpergewichts überschreiten. Das sei bei den Passionsspielen aber der Fall. Zudem habe Papst Franziskus 2015 die Menschheit dazu aufgerufen, Tiere gut zu behandeln und die Umwelt zu respektieren.

Da die Veranstalter auf die Kritik von Peta bislang nicht reagierten, haben die Tierschützer nun das Veterinäramt in Garmisch-Partenkirchen gebeten, die Eselnutzung zu untersagen. „Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen“, vermutet Peta-Fachreferent Peter Höffken. „Auch für Oberammergau gilt, Traditionen auf den Prüfstand zu stellen und sich von den schlechten Traditionen zu verabschieden.“ (krk)

Der Einzug Jesu in Jerusaelm bei den Oberammergau Passionsspielen 2010 Foto: picture alliance/imageBROKER

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