Migrationspolitik

Asylbehörde verteidigt Umgang mit psychisch kranken Flüchtlingen

BERLIN. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat Vorwürfe zurückgewiesen, sich nicht hinreichend um psychisch kranke Asylbewerber zu kümmern. „Bei Hinweisen auf psychische Erkrankungen sind die Entscheider des Bundesamts dahingehend sensibiliert, besonders einfühlsam mit den Betroffenen umzugehen“, sagte ein Sprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Demnach beschäftige die Behörde 218 Sonderbeauftragte für traumatisierte Migranten. Sie würden hinzugezogen, wenn ein Flüchtling als psychisch krank gelte.

Ärzte stellen sich gegen Abschiebepolitik

Zuvor hatten Vertreter von Ärzte- und Therapeutenorganisationen kritisiert, das Bamf setze sich „nicht mehr professionell mit jedem Einzelfall“ auseinander, sondern urteile pauschal und unsachgemäß. Die Vorsitzende der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer, Elise Bittenbinder, sagte:„Wir erkennen in den Zurückweisungen von traumatisierten Geflüchteten, daß das Bamf für seine Schreiben oftmals Textbausteine nutzt, um psychiatrische Gutachten und ärztliche Stellungnahmen als nicht ausreichend begründet abzuweisen.“

Der Menschenrechtsbeauftragte der hessischen Landesärztekammer, Ernst Girth, äußerte den Verdacht, „die Regierungen, das Bamf und die Ausländerbehörden versuchen in vielen Fällen, kritische Ärzte aus den Abschiebeverfahren rauszuhalten“. Doch gegen die angeblich verschärfte Abschiebepolitik wachse Widerstand unter den Ärzten. (ag)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wehrt sich gegen die Vorwürfe Foto: picture alliance / Arco Images GmbH

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