Niedersachsen

Araber tatverdächtig: 24jährige nach Messerattacke in künstlichem Koma

GROSSBURGWEDEL. Eine nach einem Messerangriff lebensgefährlich verletzte 24 Jahre alte Frau befindet sich weiterhin im künstlichen Koma. Die Frau war am Samstag abend in der niedersächsischen Stadt Großburgwedel auf offener Straße niedergestochen worden.

Der Polizei zufolge waren sie und ihr gleichaltriger Begleiter zunächst am Samstag in einem Supermarkt mit zwei 13- und 14jährigen Jugendlichen aneinandergeraten. Auf dem Nachhauseweg traf das Pärchen dann erneut auf die beiden Flüchtlinge, die inzwischen von einem 17 Jahre alten Araber verstärkt worden waren.

Nachdem es erneut zu einem Streit gekommen war, stach der 17jährige die Frau nieder. Die Angreifer konnten zuerst fliehen, wurden aber kurze Zeit später gefaßt. Gegen den Flüchtling wurde am Sonntag abend Haftbefehl erlassen.

Integrationsbeauftragte für schnellen Familiennachzug

Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Doris Schröder-Köpf (SPD), sprach sich mit Blick auf den Messerangriff für einen schnellen Familiennachzug aus. „Wir wissen, daß Perspektiv- und Sprachlosigkeit die Aggression erhöht und zugleich die Anwesenheit von Frauen mäßigend wirkt“, sagte die SPD-Politikerin der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Zuwanderer seien ihr zufolge statistisch betrachtet nicht aggressiver als Einheimische. „Aber es kommen eben vor allem junge Männer, und gerade bei Männern zwischen 13 und 35 ist das Gewaltpotential in allen Kulturen erhöht.“

Mehrere Messerattacken am Wochenende

Am Wochenende war es in Deutschland zu mehreren Messerattacken gekommen. In Bochum ging ein 16 Jahre alter Syrer mit einem Messer auf einen 15jährigen Landsmann los. Das Opfer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. In Hannover überfielen drei Maskierte einen 17jährigen und rammten ihm ein Messer ins Bein. Der Junge hatte sich laut Polizei geweigert, sein Handy herauszugeben.

Seit Tagen läuft eine Debatte darüber, ob die Zahl der Messerattacken in den vergangenen Jahren rasant gestiegen sei. Die nordrhein-westfälische SPD fordert eine eigene Stichwaffen-Statistik. Die Gewerkschaft der Polizei  spricht von einer zunehmenden Verbreitung von Messern bei Heranwachsenden. (ls)

Anmerkung: In einer früheren Version dieser Meldung hatte es geheißen, der Tatverdächtige sei Syrer. Der junge Mann war jedoch mit seiner palästinensischen Familie als Kontingentflüchtling aus Syrien eingereist.

Messerangriff in Ravensburg (Symbolfoto): Bürgermeister überredete ihn zum Aufgeben Foto: picture alliance / Photoshot

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