Kindesmißbrauch

Forscher: Pädophileneinfluß auf Grüne stärker als vermutet

GÖTTINGEN. Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat einen ersten Zwischenbericht zur Verstrickung der Grünen in Pädophilenkreise vorgelegt. Das Institut wurde dazu von der Partei beauftragt. Es sei von den Grünen „ganz unvermeidbar, sich zu erinnern, auch wenn es qualvoll und ‚elektoral abträglich’ sein mag“, zieht die 118 Seiten starke Studie als Fazit. „Die Beteiligten mussten sehr genau gewußt haben, was sie tatsächlich debattiert und beschlossen hatten und welche Grenzlinien dabei vage gelassen oder bewußt überschritten worden sind.“

Zwar seien die Grünen „weder der erste noch der einzige Ansprechpartner für pädophile Aktivisten gewesen“, doch aufgrund ihres kulturellen Anspruchs und ihrer Organisationsstruktur habe die Partei „einen besonderen Resonanzboden für Anliegen von Minderheiten und Randgruppen“ geboten. „Propädophilen Kräften“ sei es so über mehrere Jahre hinweg möglich gewesen, „ihre Ansichten und Forderungen in den Willensbildungsprozess der Grünen einzuspeisen“.

Die Pädophilie bildete dabei „keineswegs jemals den Kern der Parteientwicklung oder Parteiidentität“, allerdings „tauchte aber zumindest bis Mitte der 1990er Jahre die Debatte hier und da noch einmal in der Partei auf“. Die Grünen können sich daher nicht „auf einen besonderen Zeitgeist, auf lediglich wenige Verirrte und randständige Sektierer in den eigenen Reihen“ berufen. Die Autoren warnten die Beteiligten vor einer „apologetischen Verniedlichung ihrer Beiträge“. Das sei man den „Opfern von sexuellen Mißbrauch“ schuldig. (FA)

Die sogenannten Stadtindianer auf einem Parteitag der Grünen in Saarbrücken (1980): Die Grünen müssen sich ihrer Vergangenheit stellen Foto: picture-alliance / Sven Simon

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