Vielfalt

Wolfsburg-Spieler spricht sich gegen Regenbogenbinde aus

WOLFSBURG. Der kroatische Fußballspieler Josip Brekalo hat sich kritisch zum „deutlichen Zeichen“ seines Vereins für mehr Vielfalt geäußert. Hintergrund ist die Entscheidung des VfL Wolfsburg, wonach die Kapitäne aller Mannschaften in dieser Saison mit einer Regenbogenbinde aufs Feld gehen sollen. „Wir stehen als Verein für eine tolerante Gesellschaft“, hatte Geschäftsführer Jörg Schmadtke die Aktion begründet.

Brekalo steht nach eigenen Worten „nicht vollständig“ hinter dieser Vereinspolitik. „Ich bin sehr religiös erzogen worden. Wenn jemand eine andere Art zu leben bevorzugt, dann ist das okay für mich, weil das seine Sache ist. Aber ein spezielles Symbol für die Einstellung anderer Leute muß und möchte ich nicht tragen“, teilte der Katholik mit.

Ablehnung und Verständnis in sozialen Netzwerken

Anders sieht es der derzeitige Kapitän des Bundesligisten, Joshua Guilavogui. „Wir Fußballer sind Vorbilder und wollen mit dem Regenbogen zeigen, daß bei uns im Stadion alle willkommen sind“, sagte er vor dem Spiel vergangenen Samstag gegen den FC Schalke 04.

Es sei „egal, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht“ man habe. Fußball sei für alle da. „Dafür steht der Regenbogen und wir als Team stehen hinter dieser Botschaft“, betonte Guilavogui. Zuletzt hatte der Verein anläßlich des „Diversity-Tags“ am 6. Juni das Stadion in den Regenbogenfarben erleuchten lassen.

In den sozialen Medien wurden die beiden Standpunkte unterschiedlich bewertet. „Toleranz ist eine Sache, aber warum muß der VfL jetzt ein Gay-Pride-Verein sein?“, kritisierte ein Fan auf der Facebook-Seite des VfL. Andere bewerteten dort die Aktion positiv: „Sehr gut, endlich wird sich mal Gedanken darüber gemacht, wie man auch mit Kleinigkeiten die richtigen Zeichen setzen kann.“ (tb)

Wolfsburg-Profi Josip Brekalo beim Torjubel Foto: picture alliance/augenklick

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