Joachim Kuhs

Christentum
 

Solingen ohne Weihnachtsbeleuchtung

SOLINGEN. Die Pläne der Stadt Solingen für eine religionsfreie Weihnachtsbeleuchtung sind auf Kritik gestoßen. Statt christlicher Symbolik soll künftig nun ein „Winterlicht“ aus „neutralen Elementen“ von Oktober bis Februar die Innenstadt erhellen. „Schließlich leben wir in einer mulitikulturellen Welt“, begründete Stadtplaner Christoph Krafczyk gegenüber dem Solinger Tageblatt das Vorhaben. Jeder solle sich daher von der Beleuchtung angesprochen fühlen.

„Das ist falsch verstandene Toleranz“, empört sich Pfarrer Heinz-Manfred Jansen von der katholischen Pfarrereiengemeinschaft Solingen West. „Daß ich Muslime in der Stadt begrüße, heißt doch nicht, daß ich meinen eigenen Glauben verleugnen muß. Wir beschmutzen unser eigenes Nest.“

„Falsche Rücksichtnahme“

Jansens Kollege Pfarrer Franz-Josef Pitzen von der Pfarrereiengemeinschaft Süd dagegen sieht bereits jetzt die Botschaft des Weihnachtsfestes abhanden gekommen. „Eine christliche Weihnachtsbeleuchtung gibt es nicht“, sagte er der Rheinischen Post. Daß die Straßen schon vor den Feiertagen hell erleuchtet seien, diene wohl eher der Verkaufsförderung.

Verhaltener äußerten sich die Parteien zu dem Thema. Es sei unverständlich, sich bereits jetzt mit der Weihnachtsbeleuchtung auseinanderzusetzen, monierte der Chef der Solinger Sozialdemokraten, Josef Neumann. „Aber wenn es etwas Wichtiges gibt, können Sie gerne anrufen.“ Sein christdemokratischer Kollege Arne Moritz dagegen sorgt sich um einen Verlust christlicher Symbolik. Er halte es für „falsche Rücksichtnahme“, wenn bereits überlegt werde, in Kindergärten mit hohem Ausländeranteil nicht mehr vom Weihnachtsfest zu sprechen. (FA)

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