Vertriebene

 

Historiker kritisiert ARD für Äußerung zur Vertreibung

Vertriebene
Vertriebene in Westdeutschland 1948 Foto: Wikipedia/Bundesarchiv

BERLIN. Der Berliner Historiker Paul Nolte hat die ARD für die Ankündigung ihrer Vertriebenendokumentation „Fremde Heimat“ scharf kritisiert. Die Aussage, die Vertreibung der Deutschen „war die größte ethnische Säuberung in der europäischen Geschichte“, sei „skandalös angesichts des Holocausts und der anderen von den Deutschen ermordeten“ Menschen, sagte Nolte nach einem Bericht der Berliner Zeitung

Die Monstrosität und Tödlichkeit der Vertreibungen ständen in keinem Verhältnis zu den Verbrechen der Nazis, meinte der Historiker. Schon die Gegenüberstellung der Opferzahlen zeige die unterschiedlichen Dimensionen der Gewalt. Auf der einen Seite ständen 13 Millionen Todesopfer, die auf das Konto der Deutschen gingen und auf der anderen zwölf Millionen Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrem „Siedlungsgebieten“ deportiert wurden.

Im Mittelpunkt der zweiteiligen Dokumentation sollen laut ARD die Schicksale der Vertriebenen stehen, die nach ihrer Flucht in den Westen zum Teil auf erhebliche Widerstände getroffen seien. In der Sendung kommen zahlreiche Zeitzeugen zu Wort, die auch von Greueltaten der Tschechen, Polen und Sowjets berichten. (ho)

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