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Hose ist Pflicht

Neues von der Front der politischen Korrektheit: Wenn sich heute ein Mädchen im Umkreis des Hermannsdenkmals bei Bielefeld sehen läßt und dabei einen Dirndlrock trägt, macht es sich sofort polizeiauffällig. Dirndl (bzw. Kniebundhose bei Männern) zu Füßen Hermanns des Cheruskers gilt in der Bundesrepublik mittlerweile  als  „rechts“ und ruft sofort die wachsame Lokalpresse auf den Plan. Wehret den Anfängen!

Den Anfängen? Eher sollte man sagen, daß die Dirndljagd von Bielefeld das endgültige Aus für den Dirndlrock als tragbares weibliches Kleidungsstück markiert. Und nicht nur für den Dirndlrock! Der weibliche Rock als solcher und überhaupt liegt im Visier des Zeitgeists. Frauen, die „immer noch“ Röcke tragen, geben sich als unbelehrbare Reaktionärinnen zu erkennen. Die moderne Frau hat Hosen an. Hose ist nicht nur „in“, Hose ist Pflicht, bald auch bei Galaempfängen und Opernbällen.

Der Pariser Figaro hat kürzlich einen ergreifenden Nachruf auf die „Frau im Rock“ veröffentlicht. An all die wundersamen Erscheinungsformen und historischen Metamorphosen dieses legendären Kleidungsstücks wurde erinnert, an den Faltenrock, an den Dirndlrock, an den Reifrock, den „cul de paris“, den Minirock. Der Leser kam fast ins Weinen.

Mit dem Rock, so erfuhr er, hat das weibliche Geschlecht jahrhundertelang souverän gespielt. Mal verbarg es seine Formen kokett (Reifrock), mal gab es sie ungeniert preis (Mini), mal spiegelte es auch falsche Tatsachen vor („cul“). Aber immer ging es um Verführung und Auf-sich-aufmerksam-Machen, immer ums Ganze.

Die Pflichthose von heute hat mit alledem brutal Schluß gemacht. Sie verbirgt nichts mehr, aber sie gibt auch nichts mehr preis. Sie zerstört Illusionen, aber letztlich auch alle (Neu-)Gier. Sie macht die Frau zur simplen Mitbürgerin, die sich in den Augen „zivilcouragierter“ Korrektheitswächter nur noch staatspolitisch verdächtig macht – indem sie Dirndl trägt. Heidi von der Dirndl-Alm, hilf!

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