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Vielfältig illiberal

Unter falschem Namen trat der Journalist Ian Cobain in die British National Party (BNP) ein, stieg dort rasch auf und kam an eine Liste von Londoner Mitgliedern der geächteten Rechtspartei. Kurz vor Weihnachten veröffentlichte Cobain im linken Guardian die Ergebnisse seiner siebenmonatigen Recherche. Er schrieb über eine Reihe von BNP-Unterstützern, darunter Chefs mittelständischer Unternehmen, einige Banker, eine frühere Miss England, eine ehemalige Direktorin des London Tourism Board sowie einen Hofbediensteten. Ebenfalls als passives Mitglied der BNP „outete“ er Simone Clarke, über die daraufhin ein wahrer Orkan politisch korrekter Empörung hereinbrach. Die zierliche Tänzerin ist als erste Solistin der Star des English National Ballet, spielt in der jüngsten Aufführung von „Giselle“ die Hauptrolle. „Ich werde jetzt wohl immer als die BNP-Ballerina bekannt sein, das wird mir mein Leben lang anhaften“, klagte die 36jährige, nachdem der Guardian zur Hexenjagd geblasen hatte. Nach dem Race Relations Act von 2000 sind alle öffentlich finanzierten Einrichtungen gehalten, sich aktiv für eine multikulturelle Agenda einsetzen. Sie müssen „sicherstellen, daß sie kulturelle Vielfalt als klaren und zentralen Teil all ihrer Arbeit fördern“. Der Gummiparagraph wird zunehmend als Waffe gegen politisch rechtsstehende Personen verwendet, die der Umwandlung Großbritanniens in eine multiethnische Mischgesellschaft nicht nur gute Seiten abgewinnen wollen. Auch im Falle Clarkes, die mit dem chinesischen Tänzer Yat-Sen Chang liiert ist und ein Kind von ihm hat, war Sorge wegen der Masseneinwanderung das entscheidende Motiv, sich der BNP anzuschließen. Darüber geredet hat sie – außer mit ihrem Freund, der ihre Entscheidung unterstützte – aber mit niemandem. Sie war eine Künstlerin, die sich politischer Äußerungen enthielt – bis Cobain ihr den Satz entlockte: „Die Einwanderung ist wirklich außer Kontrolle geraten.“ Die BNP hat in den vergangenen Jahren unter ihrem Vorsitzenden Nick Griffin, einem Absolventen der Universität Cambridge, einen gewissen Aufschwung genommen. Bei Kommunalwahlen konnte sie in Gemeinden mit besonders hohem Ausländeranteil einige wenige Sitze erringen. Eine aktuelle Umfrage sagt, daß rund sieben Prozent der Bevölkerung die Partei wählen würden. Entsprechend hysterisch sind die Reaktionen einiger Medien. Sämtliche Grundsätze britischer Liberalität über Bord werfend betreiben sie die gezielte Kriminalisierung der Partei. Die BBC strahlte 2004 eine heimlich gefilmte Äußerung des BNP-Vorsitzenden in geschlossener Runde aus, wo Griffin den Islam als „bösartig“ („vicious and wicked“) bezeichnet hatte. Darauf wurde er frühmorgens verhaftet, verhört und schließlich angeklagt. Am Ende eines quälend langen Prozesses stand letzten November ein Freispruch – der Schaden für die Meinungsfreiheit ist dennoch kaum zu messen. Einige wenige Linksliberale, die nicht gänzlich dem antifaschistischen Furor verfallen sind, beginnen zu fragen, ob das aktuelle Theater um die „rassistische Ballerina“ nicht zu weit gehe. So erklärte jüngst ein Kommentator des Observer: „Wir haben es mit einem umgekehrten McCarthyismus zu tun, einem illiberalen Liberalismus.“ Zyniker meinen, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die bekannte „Speaker’s Corner“ am Londoner Hyde Park in einen öffentlichen Pranger für enttarnte BNP-Mitglieder umgewandelt wird.

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