Fernsteuerung und Blitzableiter

Nicola Teslas Erfindungen sind – wie die Ansätze der geheimnisumwitterten Reichsarbeitsgemeinschaft Das kommende Deutschland, aber auch Wilhelm Reichs, Karl Schappellers und Viktor Schaubergers – als Versuche zu werten, das Wissen um die Freie Energie zu vertiefen und für das 20. Jahrhundert praktisch nutzbar zu machen. Jenseits beliebter Spekulationen um Flugscheiben, Wetterbeeinflussung und Raum-Zeit-Experimente der US-Regierung – so soll Tesla angeblich gemeinsam mit Reich und Einstein an Zeitexperimenten mitgewirkt haben – entwickelte Tesla jedoch zahlreiche wissenschaftlich überprüfbare und heute vielseitig angewandte neue Techniken wie die Hochfrequenztherapie, den zweiphasigen elektrischen Generator zur Nutzung und Transformierbarkeit des Wechselstroms, den ersten Radio-Sendeturm und die Fernsteuerung. Auch seine verschiedenen Patente im Bereich der Mechanik von Flüssigkeiten sind heute genauso wissenschaftlich-technologisches Allgemeingut wie der von ihm erfundene Blitzableiter, der Tachometer und der Frequenzmesser. Als Sohn serbisch-stämmiger Eltern am 10. Juli 1856 in der kroatischen Lika im Dorf Smiljan unweit von Gospic geboren studierte Tesla an den Technischen Universitäten von Graz, Prag und Budapest. Im Alter von dreißig Jahren siedelte er nach einem kurzen Zwischenspiel in Paris praktisch ohne Finanzmittel nach New York über, um in Edisons Laboratorien zu arbeiten. Ein Jahr später gründete er die „Tesla Electric Light Company“ und meldete die ersten Patente für Bogenlampen an. Sein Wechselstromsystem, dessen Patentrechte er an die Firma Westinghouse verkauft hatte, war die Sensation auf der Chikagoer Weltausstellung 1893. Bei einem Großbrand wurde sein Laboratorium zwei Jahre später vollständig zerstört. Seitdem gelten seine Forschungsberichte über die „Freie Energie“, die ähnlich wie Wilhelm Reichs „Orgon“ Elektrizität mit Lebensenergie verband, als verschollen. Frühzeitig machte Tesla auf die Gefahren von Röntgenstrahlen und die vielfältigen Folgen des Strahlen- und Wellensmogs – wie er heute durch Computer, Fernseher, Handys, Mikrowellenherde und Atomkraftwerke massenhaft erzeugt wird – aufmerksam und forderte entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Obwohl offiziell die meisten seiner Unterlagen verschwunden sind, machten sich amerikanische Physiker im Solde des US-Militärs sein Wissen zu eigen, um es zum Bau neuer technologischer Waffensysteme zu verwenden. Doch auch die nicht-militärische Wissenschaft erinnert sich inzwischen jenes vergessenen, visionären Genies, das seiner Zeit weit voraus war und ebenso verkannt wie bekämpft und ehrfürchtig bewundert wurde. Nicola Tesla, vielfach als der „größte Erfinder aller Zeiten“ bezeichnet, war eine zweifellos exzentrische, vielseitig begabte Persönlichkeit. Von der jugoslawischen Regierung mit einer jährlichen Rente von 7.200 Dollar auf Lebenszeit ausgestattet, starb Tesla am 7. Januar 1943 im Alter von 86 Jahren in New York.

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