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An die Wand gespielt

Wenn ein Film sich nicht entscheiden kann, Komödie, Romanze oder Melodram zu sein, wird es schwierig. Dabei hat „Jersey Girl“ eigentlich von allem etwas. Aber Kevin Smith, der vor zehn Jahren mit seinem Debütfilm „Clerks – Die Ladenhüter“ viele Hoffnungen weckte, die er dann mit der geschmäcklerischen Fantasy-Fabel „Dogma“ wieder verspielte, gelingt es diesmal einfach nicht, den richtigen Ton zu treffen. Und es ist dann auch keine rührende Geschichte, mit der er aufwartet, sondern eine rührselige, was aber vor allem an zwei Stars liegt: dem Ex-Hollywood-Traumpaar Jennifer Lopez und Ben Affleck. Von beiden ist bekannt, daß sie nett aussehen, und J.Lo kann zudem ganz hübsch singen und tanzen, aber das war es dann auch schon. Affleck spielt Ollie Trinkle, einen jungen PR-Manager in der Musik-Branche, der nicht nur einen lukrativen Job, sondern auch eine attraktive Frau namens Gertrude (Lopez) hat. Endlich ist auch das Wunschkind unterwegs, und alles wäre ganz prima, doch den Ärzten ist entgangen, daß Gertrude an einem Aneurysma leidet. So kommt das Töcherchen zwar gesund zur Welt, aber die Mutter stirbt während der Geburt, und Vater Ollie steht nun mit dem Baby allein da. In solchen Fällen helfen gewöhnlich Oma oder Opa, so auch diesmal. Opa Bart nimmt sich zunächst des Kleinkinds an, aber irgendwie läuft nicht alles so, wie es sollte. Ollie schmeißt seinen Job hin, zieht zu seinem Vater in das etwas heruntergekommene Holzhaus in einem Nest vor den Toren New Yorks. Sieben Jahre lang geht dann alles seinen normalen Gang. Die kleine Gertie ist zu einem aufgeweckten, Mädchen herangewachsen, da lernt Ollie in einer Videothek die bezaubernde Maya (Liv Tyler) kennen. Als sie erfährt, daß Ollie seit dem Tod seiner Frau das andere Geschlecht konsequent gemieden hat, wird sie von Mitleid gepackt – die besten Voraussetzungen also für eine romantische Beziehung. Doch dann wird’s wirklich ernst, denn Ollie bekommt einen tollen Job in seiner alten Branche angeboten, muß dafür jedoch samt Töchterchen nach New York umziehen. Gertie, Opa und Maya sind strikt dagegen … „Jersey Girl“ steht und fällt mit seiner heimlichen Hauptdarstellerin Raquel Castro, die in der Rolle der kleinen Gertie Affleck und Lopez glatt an die Wand spielt. Daß sie ihrer Filmmutter dabei sogar ein wenig ähnlich sieht, tut nichts zur Sache, ist aber dennoch ein schöner Gag. Auch Liv Tyler als Maya ist erfreulich wie immer anzusehen, aber leider macht das alles im Endeffekt noch keinen runden Film. Zu vieles ist unglaubwürdig, was zu einem nicht geringen Teil an Afflecks und Lopez‘ mangelndem schauspielerischen Können, vor allem aber an Kevin Smith‘ holprigem Drehbuch liegt. Ein zwiespältiges Kinovergnügen also, das nicht viel Neues bietet.

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