Unzucht im Pfarrhaus

Sexueller Mißbrauch ist ein schreckliches Verbrechen. Das gilt selbstverständlich auch für die Kirche, für sie sogar in besonderem Maße, weil ihre Priester die irdischen Stellvertreter Christi sind. Wenn nach den sexuellen Übergriffen in den USA und anderswo „progressive“ Katholiken das Zölibat abschaffen wollen, übersehen sie zwei wichtige Aspekte: zum einen gibt es Pädophilie auch bei nicht-zölibatär lebenden „Onkels“ in der Nachbarschaft, zum anderen entspringt das Zölibat nicht irgendeinem kranken Hirn, sondern wurde von Christus vorgelebt – und nur deswegen von der katholischen Tradi-tion übernommen. Aber das Keuschheitsgelübde ist nicht nur gelebtes Christentum, sondern auch eine besondere Verantwortung – und eine Schwelle, die den Klerus vor charakterschwachen Personen schützen soll. Daß nicht jeder Priester – zu keiner Zeit – dieser Aufgabe gewachen ist, steht außer Frage. Um nicht auf „dumme Gedanken“ zu kommen, war der Tagesablauf der Patres in ein strenges Reglement von geistigen Vorschriften, die man zum Teil stündlich leisten mußte, eingebunden. Außerdem hatte jede Stufe in der Hierarchie Aufsicht über die ihr untergeordnete zu führen und etwaige Verfehlungen streng zu ahnden. Leider sind genau diese „Gegenmittel“ in den letzen Jahrzehnten abhanden gekommen: Für die Disziplinlosigkeit und den Ungehorsam mag symbolisch am deutlichsten der „Räuberzivil“ bei vielen Priestern und Ordensleuten stehen. Eine Soutane sieht man praktisch nicht mehr, und auch das Ordenshabit wird zunehmend durch Jeans und Pulli ersetzt. In der modernen Priesterausbildung grassieren außerdem unheilvolle gruppendynamische Seminare, die den Kandidaten sexuell aufheizen; wird dieser dann in eine Gesellschaft entlassen, die selbst Benzin nicht ohne Appell an den Unterleib verkaufen kann, ist die Verfehlung praktisch vorprogrammiert. Der Kolumbianische Schriftsteller Nicolas Davilà sagte in einem seiner Aphorismen, die Kirche habe mit dem Zweiten Vaticanum die Welt umarmen wollen – aber statt dessen ihre Beine geöffnet. Zum Beispiel wartete Papst Johannes Paul II. zwei Jahre, bis er Bischof Daniel Ryan (Illinois) zum Rücktritt zwang, obwohl im Vatikan bekannt war, daß Ryan schwul ist, seine Priester mißbrauchte und mit Strichern verkehrte. Der gleiche Bischof war es, der seine Hände am 16. März bei einer Priesterweihe den Kandidaten auflegte. Die Lösung für das „Krebsgeschwür“ (Kardinal Lehmann) kann also nur ein rigoroses Ausmisten des modernistischen Saustalls sein! Rückkehr und Askese – tertium non datur.

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