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Die „Terrorexperten“ und die Medien

Die Berichterstattung im deutschen Fernsehen nach den Massenmorden in Norwegen war eine Tragödie. Die Moderatoren, Journalisten vor Ort und die (selbsternannten) Terrorexperten waren schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Der auferlegte Zwang, etwas berichten zu müssen, stand entgegengesetzt zu deren Wissen um die Tat.

In den Aufnahmestudios waren die Moderatoren nach der Bombenexplosion genauso unwissend wie der entsetzte Fernsehzuschauer. Eigentlich verschlägt die Tat einem die Sprache. Aber da man auf Seiten der allwissenden Infokanäle nicht sagen wollte „Wir wissen noch nichts!“, wurde lieber wild drauf losspekuliert: Explosion? Gas? Unfall? Terror? Islam? Al Quaida? Was könnte passiert sein? Wer könnte dahinter stecken? Insgesamt einigte man sich zunächst auf die nichtssagende Floskel, „islamistischer Terror sei nicht auszuschließen.“ Es wurde dumm dahergeredet, um die Sendezeit zu füllen. Es wurden Worthülsen und „ziemlich sichere“ Spekulationen aneinandergereiht, um den Anschein von Wissen zu erwecken.

Auch Live-Schaltungen nach Norwegen konnten keine Erkenntnis bringen. Außer natürlich, daß es eine Explosion gab und die Innenstadt voller Polizei und ansonsten noch alles unklar sei, konnte die Journalistin vor Ort vor dem Absperrband der Polizei nichts Erhellendes sagen. Wie sollte sie auch? Die Zuschauer vor dem Bildschirm konnten ihr das auch nicht Übel nehmen. Sie war eher zu bemitleiden, denn sie mußte ihr überschaubares Wissen halbstündlich immer wieder und wieder und wieder in immer neuen Worten wiederholen.

Wahrheit statt Spekulation

Manch ein Sender war sogar so verzweifelt, daß er einen deutschen Schauspieler mit norwegischem Migrationshintergrund interviewte. Der Informationsgehalt dieses Interviews war ungefähr genauso bedeutend wie die Meinung des griechischen Wirts Sarikakis in der Lindenstraße zur Verschuldung Griechenlands.

Die Medien, insbesondere die Nachrichten-Sender, meinen, sie müßten die Zuschauer sofort und umfassend informieren. Und das, obwohl die norwegischen Sicherheitsleute zu diesem Zeitpunkt selbst noch keinen Funken Ahnung oder den Hauch eines Ermittlungsergebnisses hatten. Meines Erachtens erwartet der vernünftige Fernsehzuschauer keine sofortige, allwissende Information. Vielmehr erwartet der Zuschauer Wahrheit statt Spekulation und seriöse Berichterstattung statt heißer Luft.

Als dann aber noch das Massaker an den Jugendlichen auf der Insel Utoya erfolgte, drehte die deutsche Fernsehzunft zum Teil völlig ab. Diskutiert wurde, ob man Kopfschüsse überleben könne, gefragt wurde, wie die Sicherheitslage derzeit in Deutschland sei und ob das auch bei uns passieren könnte. Wie bitte? In Norwegen treiben noch Kinderleichen im Wasser und da befragen sich bei uns gegenseitig Idioten im deutschen Fernsehen, wie denn die Sicherheitslage in Deutschland sei.

Dumme Fragen

Selbst der Einfältigste weiß, daß sich so ein Szenario überall auf der Welt in jedem Land aus welchem Grund auch immer ereignen kann. Wie wir von den Amokläufen aus Erfurt und aus Winnenden wissen, ist das auch in Deutschland schon passiert. Was die Tat in Norwegen mit der „aktuellen Sicherheitslage“ in Deutschland zu tun hat, wird wohl nicht einmal der Fragesteller selber beantworten können.

Aber dumme Fragen stören anscheinend weder den Moderator, der sie stellt, noch den „Terrorexperten“, der sie beantwortet. Die Terrorexperten, die gestern noch wußten, daß Al Quaida hinter der Bombenexplosion in Oslo steckt, die wissen einen Tag später genau, warum es ein fanatischer, christlicher und wahnsinniger Rechtsextremist gewesen sein muß. Welcher Ausbildung oder welcher Kontakte bedarf es eigentlich, um sich Terrorexperte nennen zu dürfen oder als solcher betiteln zu lassen?

Kaffeesatzleserei

Als Fußball-Experte hat man wenigstens mal Fußball in der Bundesliga gespielt – aber als Terrorexperte? Und diese Experten erarbeiten dann zusammen mit Psychologen nur auf Grund der Facebook-Seite des Schützen innerhalb von vier Stunden nach der Tat ein Psychogramm. Es ist unglaublich, für welche Dilettanten die Sendeanstalten Geld ausgeben und wer dort seine Kaffeesatzleserei zum Besten geben darf.

Drei Tage nach dem Attentat läuft immer noch der News-Ticker mit der „Eilmeldung“: Norwegen trauert. Selbst das Selbstverständliche ist unseren katastrophenbesessenen Medien noch eine Eilmeldung wert.

Alfred Tetzlaff aus der deutschen Fernsehserie „Ein Herz und eine Seele“ sagte einmal: „Das ist kein Beruf. Mein lieber Mann, das sind doch lauter gescheiterte Existenzen. Wenn einer zu faul ist oder zu dumm, irgendeinen richtigen Beruf zu ergreifen, dann wird er Journalist.“ 

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