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Minarette und Rauchsäulen

Die Schweizer stimmen über ein Minarettverbot ab, die Bayern über ein totales Rauchverbot in Gaststätten. Kürzer kann man die Unterschiede im Stellenwert der direkten Demokratie bei den Eidgenossen und im „großen Kanton“ im Grunde kaum auf den Punkt bringen.

Nein, keine Sorge, jetzt kommt kein Wiederaufwärmen der tausendfach schon ausgetauschten Argumente pro und contra Tabakgenuß. Hängt ja zweifellos auch mit dem Verfall dessen zusammen, was man früher „gute Kinderstube“ nannte, daß immer gleich nach staatlichen Regelungen, Gesetz und Strafe gerufen wird, wo Höflichkeit, Anstand und Rücksichtnahme auf beiden Seiten doch eigentlich ausreichen sollten, damit rauchende und nichtrauchende Zeitgenossen einigermaßen vernünftig miteinander auskommen. Schon recht, Rauchen ist ungesund, das unfrohe Eiferertum der Pharisäer, die immer alles richtig machen und das auch jeden spüren lassen, nervt aber auch.

Während ich so die Tastatur bearbeite und dabei mein Zigarillo dampfe (bin ja mein eigener Chef und hab’s mir in meinem Büro nicht verboten – bedauernswerte Angestellte im öffentlichen Dienst, die jetzt auf dem Hinterhof oder in der Raucherrumpelkammer rumstehen), schaue ich auf die Couleurpfeife mit dem Burschenschaftswappen über dem Lesesessel.

Aufbegehren gegen obrigkeitliche Bevormundung und Gängelung

Ja, es gab mal eine Zeit, da galt öffentliches Tabakrauchen als Aufbegehren gegen obrigkeitliche Bevormundung und Gängelung. Das war im Vormärz nämlich verboten, so wie sich über den Monarchen lustigzumachen oder Zeitungen zu drucken, ohne sie dem Zensor vorzulegen. Finstere Zeiten.

Heute sind wir gottseidank weiter – da kann gar nicht genug gegängelt und verboten werden, wenn es nur um Gesundheit, Sicherheit und dergleichen geht, und die meisten finden’s auch noch großartig. Die Leute wissen ja eh nicht, was gut ist für sie, da nimmt ihnen doch besser der Staat das individuelle Risiko und die Verantwortung ab, oder gleich ein, natürlich, „Kommissar“ von der EU. Mit dem Vorwand, doch nur das Beste für den Rest zu wollen, hat seit dem sinnigerweise als „Wohlfahrtsausschuß“ firmierenden Jakobinerregime schon so manche Diktatur angefangen. Kann alles wiederkommen – schlag nach bei Juli Zeh.

Vielleicht aber wirft man uns einfach auch nur ab und an mal so einen Brocken auf die Spielwiese, damit wir beschäftigt sind und uns nicht über andere Dinge aufregen. Die Euro-Einführung zum Beispiel. Oder den möglichen EU-Beitritt der Türkei. Oder den Lissabon-Vertrag. Oder eben die Islamisierung. Hat ja schon wieder funktioniert. – Wäre doch schön, wenn das Volk auch bei uns mal über etwas wirklich Wichtiges abstimmen könnte.

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