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Körting, Kerenskij und die unbezahlte Cola

Alexander Kerenskij ist eine tragische Figur der Weltgeschichte. Er war Mitglied und am Schluß sogar das Oberhaupt der linksliberalen russischen Regierung, die nach der Februar-Revolution von 1917 ins Amt gekommen war.

Militärhistoriker kennen ihn wegen der nach ihm benannten „Kerenskij-Offensive“, die genau so kläglich gescheitert ist wie das meiste andere, was er in seiner Regierung angepackt hat.

Während der Oktober-Revolution zogen sich seine Regierungstruppen ins St. Petersburger Winterpalais zurück. Sie wurden aber von den roten Revolutionären übermannt. Während vorne die Soldaten Kopf und Kragen im Kampf gegen die rote Flut riskierten, schlich sich Kerenskij hinten aus dem Palast.

Nie entschieden genug gegen die rote Gefahr

Mit seiner Flucht versank Rußland für viele Jahrzehnte in einem Meer aus Blut. Lenin und Stalin töten Millionen, weil ihnen niemand rechtzeitig entgegengetreten ist.

Natürlich ist Kerenskij nicht allein daran schuld, aber in ihm verdichtet sich das traurige Schicksal des nichtbolschewistischen Rußland. Nie sind die russischen Regierungen — ob zaristisch oder demokratisch — entschieden genug gegen die rote Gefahr vorgegangen.

Am Ende gewannen die Kommunisten die Oberhand und errichteten ihre Terrorherrschaft. Kerenskij ist die tragische Figur dabei.

Für Deeskalation zuständiger SPD-Innensenator

Daran mußte ich denken, als ich die Geschichte von Erhart Körting gehört habe. Der SPD-Innensenator, der für die Deeskalation zuständig ist, also für das Wegsehen bei gewalttätigen linken Gewalttaten und dessen Behörde die Feuerteufel einfach nicht fassen kann, die ständig Autos in Berlin anzünden, hat neulich mit dem BZ-Reporter Gunnar Schupelius eine Kneipe in Friedrichshain besucht.

Es ging um die Gewalt der linken Szene, die den Wirten zu schaffen macht.
Passend zu dem Lokaltermin fanden sich auch nach einer Weile die ersten schwarzgekleideten Personen ein, als der Innensenator gesichtet worden war.

Schupelius: „Sie waren schwarz gekleidet, tranken Bier, deuteten auf uns. Vier von ihnen fuhren in einem Kettcar für Erwachsene ständig an unserem Tisch vorbei.“ Die Autonomen waren offensichtlich auf Randale aus. Körting hat dies auch erkannt. Plötzlich sprang er auf und sagte, er müsse jetzt gehen.

Polizei hätte Autonome „nur provoziert“

Schupelius: „Ich sah, daß er ganz offenbar Angst hatte. Er lief mit sehr schnellen Schritten und offenbar kopflos in die falsche Richtung, nicht zu seinem Dienstwagen. Der drehte um und folgte ihm. Die Personenschützer folgten ihm auch, und hinterher liefen etwa 20 schwarz gekleidete Autonome.“

Und weiter: „Ich blieb mit den Wirten zurück, mein Handy klingelte, und eine Mitarbeiterin Körtings bat mich, das Geld für die Cola auszulegen, die der Senator getrunken hatte. Später meldete sich Körting auf meinem Telefon und erklärte, er habe mit seiner Anwesenheit die Wirte nicht länger gefährden wollen.

Auf meine Frage, warum keine Polizei vor Ort war, um uns alle zu schützen, sagte er, das hätte ‘diese Leute nur provoziert’. Ich sagte, ich hätte mich nach seinem schnellen Abschied unsicher gefühlt. Er entgegnete, Zivilbeamte hätten die Szene beobachtet, ich sei nicht gefährdet gewesen. Im Notfall hätte ich ja außerdem die 110 wählen können.“

Körting bat um Stillschweigen

Die Geschichte machte die Runde, weil ein Augenzeuge dem Tagesspiegel die Geschichte gesteckt hat. Die BZ hat erstmal nicht darüber berichtet, weil Schupelius am nächsten Tag von Körting persönlich am Telefon um Stillschweigen gebeten worden ist.

Doch dann sagte der Innensenator in einem Fernsehinterview, als er auf den Vorfall angesprochen wurde: „…da waren 12 Jugendliche, die mich über längere Zeit angeglotzt haben, wie der Berliner sagen würde. Daraufhin habe ich gesagt, ich gehe jetzt in aller Ruhe nach Hause.“

Schupelius dazu: „Das hat er aber eben nicht gesagt und er ist nicht ‘in Ruhe’ gegangen. Und außerdem: Warum muß der Innensenator ein Lokal verlassen, wenn ihn ‘12 Jugendliche’ anglotzen?“

Entweder Lügner oder Feigling

Körting selbst sagt, alles sei nicht so bedrohlich gewesen. Aber dann muß er sich tatsächlich die Frage gefallen lassen, warum er gegangen ist, wenn sich nur eine Handvoll Jugendlicher am anderen Ende der Straße versammelt?

Er ist in einer Zwickmühle: Entweder er gibt zu, daß er gelogen hat. Oder er gibt zu, daß er ein Feigling ist, der sofort Reißaus nimmt, sobald der erste Autonome ihn schief ansieht.

So oder so ist er der Mann, dessen Behörde seit Monaten die linksradikalen Brandanschläge nicht in den Griff bekommt und der die extreme Gewalt von links herunterzuspielen versucht. Mit anderen Worten: Er ist der Berliner Kerenskij.

Zum „nützlichen Idioten“ mutiert

Rückblickend war es übrigens so, daß Kerenskij aus Sicht der Kommunisten zum „nützlichen Idioten“ mutiert ist. Spätere Schüler lernten in kommunistischen Schulbüchern ihn als Helden zu feiern.

Die orthodoxe Kirche in Amerika, wohin er geflohen war, verweigerte ihm eine offizielle Beerdigung, weil er schuld daran sei, daß Rußland vom Kommunismus beherrscht werde.

Welches Urteil werden kommende Generationen wohl für Politiker wie Erhart Körting bereithalten?

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