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Rückblick und Ausblick: 30 Jahre JF
 

Ein steiniger Aufstieg

Mit dieser Ausgabe beschließen wir den 30. Jahrgang der JF und beginnen – da es eine Doppelausgabe ist, die über den Jahreswechsel reicht –  ein Jubiläumsjahr: Im Juni 2016 wird es 30 Jahre her sein, daß die JF das erste Mal erschien: zunächst nur zweimonatlich, ab 1991 monatlich und schließlich ab Januar 1994 wöchentlich. Es steckt uns von Anfang an in den Genen, eine Eigeninitiative zu sein und nicht das Gewächs der Entwicklungsabteilung eines Großverlages.

Das Kuriose ist nun, daß die JF in einem langen Anlauf ihren Weg zum Erfolg gefunden hat. Wir hatten es mit einem zähen, steinigen Aufstieg zu tun – wenn wir es mit dem Erklimmen eines Berges vergleichen. Immer wieder kamen Geröll-Lawinen auf uns zu, wurden uns Felsbrocken in den Weg gelegt. Manchmal verirrten wir uns auf Nebenpfaden, brachen Seilschaften auseinander, gaben Mitstreiter auf, zweifelten am Weg oder hatten keine Hoffnung mehr. Wir haben jedoch letztlich  durchgehalten – und setzen uns durch.

Zuwachs trotz Zeitungskrise

Das Jahr 2015 beschließen wir nun mit der höchsten verkauften Auflage unserer Geschichte. Derzeit drucken wir wöchentlich 35.000 Exemplare. Allein 23.200 zahlende Abonnenten zählen wir jetzt – fast 3.000 mehr als im Vorjahr. Im Zeitschriftenhandel hat sich zusätzlich seit Jahresmitte der Absatz im Schnitt um 1.000 Exemplare auf rund 3.500 erhöht. Unterm Strich also über 26.000 verkaufte JF pro Woche. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lagen wir nur knapp bei der Hälfte.

Die JUNGE FREIHEIT trotzt damit nicht nur der Zeitungskrise, sie ist auch das phänomenale Beispiel dafür, daß Zeitungen sogar im digitalen Zeitalter gedruckt wachsen können. Parallel zum Auflagenplus legte in diesem Jahr auch JF-Online stark zu – mehr als verdoppelt haben sich hier die Zugriffszahlen gegenüber dem Vorjahr.

Auch wir verprellen manchmal Leser

Wie ist das zu erklären? Gerade im zu Ende gehenden Jahr 2015 wurde im Zusammenhang der Asylkrise überdeutlich, wie einseitig und lückenhaft vielfach große Medien berichten. Leser und Zuschauer fühlen sich belehrt und erzogen. Sicher ist es die Aufgabe von Redaktionen, Stellung zu beziehen und Standpunkte deutlich zu machen. Wir haben zudem die Pflicht, bestmöglich die Realität abzubilden und Bürgern entscheidende Fakten nicht vorzuenthalten.

Auch wir verprellen manchmal Leser. Wir können nicht alle mitnehmen. Manche betrachten eine Zeitung wie einen Omnibus, in dem man eine Weile mitfährt und auch wieder aussteigt. Wir sind dankbar für alle, die seit Jahren bei uns sind und uns durch dick und dünn begleitet haben. Wir werden weiterhin kritisch, unbequem und offen für Neues sein. Bleiben Sie uns treu.

JF 53/15

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