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Baden-Württemberg: Der Druck auf die CDU wächst

Baden-Württemberg: Der Druck auf die CDU wächst

Baden-Württemberg: Der Druck auf die CDU wächst

Angeschlagen: Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit Kühlhaube nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Foto: JF; verw. Bild: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Angeschlagen: Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit Kühlhaube nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Foto: JF; verw. Bild: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Angeschlagen: Kanzler Friedrich Merz mit Kühlhaube nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Foto: JF; verw. Bild: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Baden-Württemberg
 

Der Druck auf die CDU wächst

Die AfD legt in Baden-Württemberg stark zu, doch die selbst geschürten Erwartungen bremsen die Euphorie. Der Wahlkampf zeigte zugleich, wie sehr Personalduelle und strategische Verschiebungen das Ergebnis prägten. Für die CDU wächst nun der Druck von rechts – auch über Stuttgart hinaus. Ein Kommentar von JF-Chefredakteur Dieter Stein.
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Die AfD erreichte in Baden-Württemberg mit 18,8 Prozent das höchste Ergebnis bei einer Landtagswahl in den westlichen Bundesländern. Die Begeisterung über die Verdoppelung der Stimmen ist in ihren Reihen jedoch gedämpft, weil zuvor euphorisch Hoffnung auf noch mehr geweckt worden war.

Angesichts einer stark auf die Spitzenkandidaten Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) personalisierten Wahlkampfschlussphase ist das Ergebnis aber beeindruckend genug. Özdemir auf der einen Seite gelang durch „Blinken nach rechts“ (Einbindung von Boris Palmer, Distanz zur linken Bundespartei) eine rasante Aufholjagd, bei der er erheblich Stimmen aus der Mitte zurückgewann – und gleichzeitig die Linke unter fünf Prozent drückte. Hagel wirkte dagegen immer blasser und stolperte unsouverän über eine lächerliche, acht Jahre alte Interview-Äußerung. Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier schlug sich insbesondere beim TV-Triell gewinnend, hatte aber das Manko, selbst nicht für den Landtag anzutreten und keine Regierungsoption präsentieren zu können.

Im Osten könnte die Brandmauer der CDU fallen

Belastet hat den Wahlkampf der AfD in der Endphase die Verwandtschaftsaffäre, bei der neben Frohnmaier selbst auch Abgeordnete aus Baden-Württemberg in den Fokus gerieten. Ebensowenig nützlich war die Kakophonie der Partei nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran, als man sich nicht zwischen einer „neutralen“ und einer prowestlichen Position entscheiden konnte.

Unterm Strich bleibt aber, dass die AfD jetzt im Stuttgarter Landtag neben einer pulverisierten SPD und nach dem Untergang der FDP die einzige große verbleibende Opposionskraft ist. Der Druck von rechts auf die CDU nimmt damit massiv zu. Dies wird auch Folgen für die Zusammenarbeit der grün-schwarzen Koalition und die Inhalte der neuen Landesregierung haben.

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist erneut ein personalisierter Zweikampf – hier SPD-Amtsinhaber gegen CDU-Herausforderer – zu erwarten. In Mainz könnte die AfD bei einem zu erwartenden Untergang von Freien Wählern und FDP ein noch stärkeres Gewicht erhalten.

Auffällig bei der Wahl in Baden-Württemberg war erneut: Grüne und CDU schnitten am stärksten bei Rentnern und Beamten ab. Die AfD punktete indes überproportional bei der produktiv-wertschöpfenden Mitte, den in Beschäftigung Stehenden zwischen 25 und 59 Jahren. Am höchsten ist hier ihr Anteil unter Arbeitern (37 Prozent).

 Die Brandmauer wackelt immer stärker. Ihr Einsturz ist jedoch nicht vor den Urnengängen im September im Osten zu erwarten.

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Aus der JF-Ausgabe 12/26.

Angeschlagen: Kanzler Friedrich Merz mit Kühlhaube nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Foto: JF; verw. Bild: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
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