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Gegen die Beliebigkeit: Holen wir uns Weihnachten zurück!

Gegen die Beliebigkeit: Holen wir uns Weihnachten zurück!

Gegen die Beliebigkeit: Holen wir uns Weihnachten zurück!

Peter Hahne bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der STH Basel. Weihnachten ist so viel mehr.
Peter Hahne bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der STH Basel. Weihnachten ist so viel mehr.
Peter Hahne: Liebe in all dem Haß Foto: STH Basel
Gegen die Beliebigkeit
 

Holen wir uns Weihnachten zurück!

Wer aus Weihnachten und seiner epochalen Bedeutung eine läppische „Seid nett zueinander-“ oder „Spart Energie“-Botschaft macht, kann nicht ganz dicht sein. Licht in der Dunkelheit, Freude im Leide, Zuversicht gegen alle Angst, Hoffnung in Verzweiflung, Liebe in all dem Haß. Holen wir uns Weihnachten zurück! Von Peter Hahne.
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Mit Nachrichten kenne ich mich nun wahrlich aus. Über Jahrzehnte habe ich den Zuschauern einen „Guten Abend“ gewünscht. Um ihnen dann zu sagen, daß eigentlich gar kein guter Abend ist, weil tagsüber so viel Schlimmes passiert ist. Selbst Wetterbericht oder Bundesligatabelle verhießen für viele wenig Gutes.

Dabei heißt doch Nachricht deshalb Nachricht, damit man sich danach richten kann. Aber richten Sie sich mal nach den heutigen Meldungen. Da bekommen Sie Probleme, die Sie vorher noch gar nicht hatten. Fakten-Recherche wurde durch „Haltungs“-Journalismus ersetzt, aus Information wurde Meinung, aus Nachricht Kommentar. Es ist zum Verrücktwerden. 

Je länger ich den ethischen Niedergang des Journalismus erlebe, desto wertvoller wird mir die eine gute Nachricht, die uns eine epochale Zeitenwende verkündete. Dagegen ist die Scholzsche „Zeitenwende“ reinster Etikettenschwindel, eine echte Lachnummer. Diese Nachricht ist seitdem jeden Tag eine Neuerscheinung. So wichtig, so weitreichend, so faktensicher ist diese Meldung. Deshalb heißt sie ja auch „Gute Nachricht“. Aus dem Griechischen abgeleitet: Evangelium.

Das Evangelium vertreibt Ängste, statt sie zu schüren

Aufgeschrieben hat sie uns der Arzt Lukas. Er schwurbelte nicht, daß Impfen keine Nebenwirkungen hat oder Jesus Abstand halten solle oder daß Masken-Aufsetzen Nächstenliebe sei. Nein, dieser Arzt hatte eine viel heilsamere Medizin. Eine Nachricht, die eine neue Zeitrechnung nötig machte. Keine Geschichten, sondern Geschichte. Kein Märchen, keine Legende. Faktum! Bei diesem Arzt gibt es also ein Rezept, das Risiken und Nebenwirkungen in sich birgt. Denn man kann sein Evangelium nur lesen, wenn man bereit ist, etwas völlig Unglaubliches, etwas umwälzend Neues und Lebensveränderndes zu ertragen. Keine regierungsamtliche Verschwörungstheorie voller panischer Pandemie-Angst. Hier trifft das Leben pur auf uns. Hier wird Angst vertrieben, nicht verbreitet.

Bei Dr. Lukas gibt es ein Allheilmittel gegen alle Ängste dieser Welt. Einen Lichtstrahl in der Finsternis. Eine Information aus der Wahrheit. Information in des Wortes bester Bedeutung: etwas, das uns in Form bringt, das uns lebenstüchtig macht. Das, was der Bundestrainer mit „Der Mannschaft“ nicht geschafft hat. Das schafft das, was wir bis heute „Das Weihnachtsevangelium“ nennen.

Diese wenigen Worte auf dem Hirtenfeld von Bethlehem brachte der Welt die Wende. Sie kam nicht aus einer zwangsfinanzierten Parallelgesellschaft mit geölten Parkettfußböden, Massagesesseln und all seinen Relotiussen. Ihr Absender ist der ewige Gott – aus dem Mund seines Engels. Himmlische Botschaft statt irdischer Propaganda. In Armut, nicht in Pracht.

„Fürchtet euch nicht!“

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Diese Worte kennt seitdem jeder als ein Stück Weltkulturerbe. Wer es „abschafft“ und Krippe und Kreuz, Bibel und Tradition geradezu verbietet, der offenbart eine abgrundtiefe Dummheit. Daß das Land der Reformation einmal der weltweite Vorreiter sein sollte, wer hätte sich das unter Adenauer oder Kohl, unter Karl Carstens oder Roman Herzog jemals gedacht. Nur Dumme können den Bibelspruch am Berliner Schloß als „preußische Selbstüberschätzung“ interpretieren. Das Gegenteil ist der Fall: Hier beugt sich ein König vor dem König aller Könige, den es anzubeten gilt.

Der Himmelsbote verkündet den Hirten zu Bethlehem und damit der ganzen Welt über Jahrhunderte hinweg bis heute: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2, 10f.)

Wetten, daß uns von vielen Kanzeln verhinderte Politiker auch (und gerade) dieses Jahr wieder predigen werden: Siehe, ich verkündige euch große Probleme: Klima, Krieg und Corona, all die Leugner und Verschwörungstheoretiker und als Krönung die epochale, staatszerstörende Macht von Heinrich dem Dreizehnten mit seinem Leibkoch und weiteren 22 Leuten, die selbst mein Alter bereits weit hinter sich gelassen haben.

Weihnachten war nie so wertvoll wie heute

O ja, wir haben viel Grund zur Sorge, schallt es wichtigtuerisch von Angst- und Panikmachern. Und wer diese Probleme (noch) nicht hat, der bekommt sie gegen satte Kirchensteuer ex cathedra. Das brachte meinen Welt-Kollegen Ulf Poschardt vor fünf Jahren zu dem wütenden Tweet: „Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den #Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?“

Er legte später noch nach: Er wolle nicht die gleichen Nachrichten nochmals geballt von der Kanzel hören, mit denen er die ganze Woche in seinem Alltag zu tun hatte. Ein allseits bekannter TV-Kollege schickte mir nach dem Besuch einer Christmette folgende SMS: „Jetzt haben Sie es geschafft, daß ich einmal in die Kirche gegangen bin. Nie wieder! Mir wurde gouvernantenhaft von einem Flüchtlings- und Genderbeauftragen gepredigt, was für ein schlechter Mensch ich doch sei. Von Weihnachtsfreude keine Spur!“

Weihnachten war noch nie so wertvoll wie heute. Wir brauchen bitter nötig, was die Botschaft von Bethlehem, was das Baby in der Krippe, das zum Mann am Kreuz wurde, uns wirklich sagen und schenken will: Licht in der Dunkelheit, Freude im Leide, Zuversicht gegen alle Angst, Hoffnung in Verzweiflung, Liebe in all dem Haß. „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude“, so der Prophet Jesaja bereits 700 Jahre vor Christus.

Wellness-Christentum weiß nichts von Trost

Wer aus all dem Weltumwälzenden und Epochalen eine läppische „Seid nett zueinander-“ oder „Spart Energie“-Botschaft macht, der kann doch nicht ganz dicht sein. Wo Glaubens- und Bildungsnotstand mit Dummheit einhergehen, da braut sich eine verschwurbelte Verschwörungstheorie zusammen. Diese Weihnachtsleugner sind mir zuwider. Sie verdunkeln die hellste Botschaft, die je aus der Ewigkeit diese Zeit erreicht hat. Wer einmal Bachs Weihnachtsoratorium gehört hat – und selbst Agnostiker bestätigen einem das –, den läßt dieser Jubel nie wieder los: „Welt ging verloren (…). Christ, der Retter ist da!“

Wer aus dieser wunderbaren Freuden- und Hoffnungsbotschaft in den letzten Jahren eine Angstreligion gemacht hat, wer Menschen genau zu den Zeiten, wo sie Gemeinschaft am dringendsten gebraucht hätten, aus- und eingesperrt hat, ist ein elender Weihnachtsleugner. Weder in Pest und Cholera noch im Dreißigjährigen Krieg war das so, weder in Stalingrad noch in dem Grauen der KZs. Kirche und Christen waren immer nah bei den Menschen, sogar unter eigener Lebensgefahr. 

Doch das Wohlstands- und Wellness-Christentum weiß nichts mehr davon, was Trost heißt: Gegenwart Gottes im Leid. Und daß, wenn alle einen im Stich lassen, Gott und sein Bodenpersonal bei uns aushalten. Nicht das selbstüberhebliche „Wir schaffen das!“ Nein: ER schafft das.

Angst und Trauer haben keine letzte Macht mehr

Die biblische Losung für das kommende Jahr 2023 lautet: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose 16, 13) Und wieder läuft die ideologische Maschinerie der Religionsbeamten an – die volle Dröhnung von den Kanzeln: Hurra, da wird erstmals eine Frau zitiert! Da geht es um das wichtigste Thema: Flucht und Vertreibung. Da geht es um Versöhnung! (Etwa für all die kriminalisierten Kreuz- und Querdenker?).

Auch dieses alttestamentliche Wort nimmt bereits die Weihnachtsbotschaft auf, Jahrhunderte vorher: Gott sieht nach mir nicht von oben herab, nicht aus einem fernen Weltall oder gar nur aus Geboten und Gesetzen. Nein, er kümmert sich so sehr um mich, daß er, als es nicht mehr zum Aushalten ist, seinen eigenen Sohn in die Welt schickt. Jetzt kann niemand mehr sagen, er sei Gott egal.

Das Foto zeigt eine schwarz-weiße Abbildung von Peter Hahne, der sich an den Kopf fasst.
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Weil Weihnachten geworden ist, haben Angst und Trauer keine letzte Macht mehr. Es werden immer wenige sein, die den Mut haben, mit dieser Botschaft quer zur Welt zu denken. Die sich all den Vertröstungen und dem Machbarkeitswahn nicht anschließen. Die jedoch über eine Botschaft verfügen, so der Atomphysiker Carl Friedrich von Weizsäcker, die alles Wissen dieser Welt weit übersteigt.  

„Und wenn ich auch wanderte im finstern Tal“

Wer das Rezept von Dr. Lukas mit all seinen Risiken und Nebenwirkungen in seinem Leben wirken läßt, der hat das wichtigste Therapeutikum, ohne das gerade heute alles sinnlos wäre: Freude und Hoffnung. Oder wie es die berühmte Zeichnung des Lukas-Kollegen Dr. med. Karl Reuber, die Madonna von Stalingrad sagt: Licht, Leben, Liebe.

Die ganze Bibel ist voll von dieser Gewißheit. Für manche naiv, für viele Faktum aus Lebenserfahrung: „Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht.“ Oder das Trostwort aus Psalm 23: „Und wenn ich auch wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich“.

Bethlehem bringt uns eine Nachricht zum Danachrichten, zum Ausrichten und zum Aufrichten. Zum Justieren des Lebens, zum Programmieren auf Freude und Hoffnung. In diesem Sinne: Frohe Weihachten und ein gesegnetes neues Jahr!

JF 52/22


Peter Hahne, Jahrgang 1952, bis zu seiner Pensionierung 2018 das Nachrichtengesicht des ZDF, jetzt Bestsellerautor. Zuletzt erschien von ihm im Quadriga-Verlag: „Das Maß ist voll: In Krisenzeiten hilft keine Voksverdummung“. 

Peter Hahne: Liebe in all dem Haß Foto: STH Basel
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