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Linke und ihre Moral: Das Spiel mit den Doppelstandards

Linke und ihre Moral: Das Spiel mit den Doppelstandards

Linke und ihre Moral: Das Spiel mit den Doppelstandards

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): So schnell distanzieren sich Linke nicht Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): So schnell distanzieren sich Linke nicht Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): So schnell distanzieren sich Linke nicht Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Linke und ihre Moral
 

Das Spiel mit den Doppelstandards

Deutsche Konservative können sich gar nicht oft und schnell genug von allem distanzieren, was in der öffentlichen Wahrnehmung politisch irgendwie rechts von ihnen steht. Seien es Medien, Nichtregierungsorganisationen oder auch Parteien. Die Distanzierung von solchen Persönlichkeiten, die von der Allgemeinheit – ob zu Recht oder zu Unrecht – als radikal oder extremistisch eingestuft werden, ist für die meisten Konservativen in Deutschland Teil ihrer Überlebensstrategie innerhalb des linksliberalen Mainstreams.

Wohl auch aus diesem Grund bezeichnen sich selbst viele, deren Ansichten zu Politik und Gesellschaft offenkundig auf einem stramm konservativen Weltbild beruhen, lieber als „liberal-konservativ“. Die große Hoffnung bei diesem Spiel, das in Zeiten der linken Cancel Culture in der Regel nicht viel mehr als ein Spiel auf Zeit ist, ist es, ein wenig von der Gnade abzubekommen, die die sogenannten Linksliberalen für sich verbuchen können.

Denn während sogar so harmlose Selbstbeschreibungen wie „demokratisch rechts“ oder „Mitte rechts“ bereits genügen, um sich bei den wahren Angehörigen des politischen Mainstreams höchst verdächtig zu machen, ein gefährlicher Quertreiber – oder neudeutsch auch „Querdenker“ – zu sein, gelten für diese selbst vollkommen andere Regeln. Das Bekenntnis „ich bin Mitte links“ ist heute in etwa so riskant und provokativ, als würde man mutig bekennen: „Ich esse gerne Eiscreme”. Auch ein Bekenntnis zum „demokratischen Sozialismus“ ist längst kein Problem mehr für weite Teile der Öffentlichkeit.

Nachsicht für die Gegenseite gibt es nicht

Diese Doppelstandards ermutigen ihre Nutznießer immer häufiger dazu, auch noch ein paar Schritte weiterzugehen. Ins Stolpern geraten sie dabei nur selten. Auch weil ihnen kaum einer ihrer Genossen in den Medien und in der Politik irgendwelche Steine in den Weg legen will. Eine Innenministerin die, wie Nancy Faeser, für eine Publikation einer als verfassungsfeindlich eingestuften Antifa-Vereinigung geschrieben hat, ist für linke Meinungsmacher – und selbst für ihre vermeintlich liberalen Regierungskollegen – so unproblematisch wie die Vorsitzende einer Regierungspartei, Ricarda Lang (Grüne), die offen ihr Verständnis für die gefährlichen Straßenblockaden von irgendwelchen durchgeknallten Öko-Extremisten ausspricht.

Was natürlich nicht bedeutet, daß man im Gegenzug auch etwas entspannter mit den sogenannten Radikalen der Gegenseite umginge. Soweit, so unfair; könnte man sagen. Das wirklich traurige an der derzeitigen Situation ist aber, daß die Gegenseite dieses Spiel noch immer mitspielt.

Linke Standards gelten nicht für Linke

In der naiven Hoffnung, daß doch noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit vom Himmel fallen könnte, poltern sie gegen die radikalen Verbindungen und Äußerungen der Linken und glauben tatsächlich noch immer, daß sie diese damit dazu bringen könnten, ihre eigenen strengen Standards auch auf das eigene politische Lager anzuwenden.

Statt in dem Wissen, daß die von links vorgegeben Standards eben nur für sie gelten, nicht aber für jene, die diese Standards gesetzt haben, fügt man sich weiterhin den Regeln eines Gegners. Doch der hat diese Regeln von Anfang an nur geschaffen, um möglichst viele politische Gegenspieler vom Platz stellen zu können. Mit einer derartigen Mentalität braucht man gar nicht erst auflaufen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): So schnell distanzieren sich Linke nicht Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
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