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Ampel-Pläne zum Hausbau: Wohneigentum als Armutsrisiko

Ampel-Pläne zum Hausbau: Wohneigentum als Armutsrisiko

Ampel-Pläne zum Hausbau: Wohneigentum als Armutsrisiko

Hausdach wird mit Solarpanels bestückt: Der Koalitionsvertrag sieht strenge Auflagen beim Hausbau vor, um CO2 einzusparen
Hausdach wird mit Solarpanels bestückt: Der Koalitionsvertrag sieht strenge Auflagen beim Hausbau vor, um CO2 einzusparen
Hausdach wird mit Solarpanels bestückt: Der Koalitionsvertrag sieht strenge Auflagen beim Hausbau vor, um CO2 einzusparen Foto: picture alliance / Stephan Goerlich
Ampel-Pläne zum Hausbau
 

Wohneigentum als Armutsrisiko

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“, sinnierte Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht „Herbsttag“ einst. Der böhmisch-österreichische Dichter beschrieb damit die nahende Kälte und Dunkelheit des Winters, in der die Zeit für manche Dinge vorbei ist. Dies mag sich nun auch der eine oder andere Häuslebauer und -besitzer nach der Lektüre des Koalitionsvertrag unserer Ampelregierung denken. Fest steht: Es kommt ein entbehrungsreicher grüner Winter auf uns zu.

Die Klimaschutzpläne von SPD, Grünen und FDP für den Gebäudebau werden Hausbesitzer Unsummen kosten. Während die jetzige Fassung des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) einen 70er KfW-Effizienzstandard vorgibt, müssen Bauherren ab 2025 einen 40er Effizienzstandard vorweisen können. Was das ist? Nun, das bedeutet, daß der durchschnittliche Energie-Jahresbedarf von jetzt 150 bis 200 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter auf utopische 30 kWh runter gespart werden muß.

Sie können also entweder aufhören zu heizen, zu kochen, mit Warmwasser zu duschen oder gar das Licht einzuschalten oder Sie nehmen richtig viel Geld in die Hand und machen Ihr Haus zukunftsfit.

Materialkosten schießen auf dem Weltmarkt in die Höhe

Mit Dämmung, Wärmepumpen, Lüftungs- und Solaranlagen soll der CO2-Ausstoß radikal reduziert werden. Da die Materialkosten seit geraumer Zeit auf dem Weltmarkt aber explodieren, müssen Bauherren mit Mehrkosten von mehreren Zehntausend Euro rechnen. Für eine Familie mit Kindern wird der Traum vom Eigenheim damit schier unerreichbar.

Das mag wohl manchem Grünen-Hardliner sehr gelegen kommen. Das Wohnkonzept des Einfamilienhauses soll langfristig durch nachhaltige Massen-Wohnkomplexe ersetzt werden. Die Ampel-Koalition denkt vordergründig klimapolitisch, aber nicht sozialpolitisch. Das könnte ihr bei der nächsten Bundestagswahl auf die Füße fallen. Wir wollen es hoffen!

Wer bereits eine Immobilie besitzt und diese sanieren möchte, muß ab Januar 2024 den Effizienzstandard 70 erfüllen, der vormals nur für Neubauten gegolten hat. Da überlegt man es sich zweimal, ob man das Haus auf Vordermann bringen will.

Tritt in die Pedale, Cem!

Angesichts der mehr als angespannten Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt, bringen diese drakonischen Auflagen keine Erleichterung. Ganz im Gegenteil – die Wohnraumknappheit wird sich massiv verschärfen. Das kann man auch keinem Investor zumuten. Eigentum bietet in Zukunft keine Sicherheit mehr, sondern wird zu einem unkalkulierbaren Risiko. Ferner kommt noch das Damoklesschwert eines nationalen Mietendeckels oder gar der Enteignung dazu.

Rund 70 Prozent aller Heizungen werden in Deutschland mit fossilen Brennstoffen betrieben. Nach derzeitigem Stand dürfen ab 2026 aber keine reinen Ölheizungen mehr verbaut werden. Der Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung verlangt sogar, ab dem 1. Januar 2025 jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Vorwiegend Wärmepumpen sollen dann das Klima retten.

Woher der ganze Strom nach dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke und dem vorgezogenen Kohleausstieg 2030 kommen soll, wissen die Grünen wahrscheinlich selbst nicht. Ich schlage vor, den neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) den Fahrraddynamo einschalten und kräftig in die Pedale treten zu lassen. Die Strecke zwischen dem Bundestag und Schloß Bellevue wird aber nicht reichen.

Hausdach wird mit Solarpanels bestückt: Der Koalitionsvertrag sieht strenge Auflagen beim Hausbau vor, um CO2 einzusparen Foto: picture alliance / Stephan Goerlich
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