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Demonstration gegen Rassismus: Um anti-weißen Rassismus geht es natürlich nicht Foto: picture alliance / imageBROKER | Wolfgang Noack
Demonstration gegen Rassismus in Berlin 2020 Foto: picture alliance / imageBROKER | Wolfgang Noack

Twitter-Krieg um Diskriminierungskonzepte
 

Exklusiver Rassismus

Zu den regelmäßig wiederkehrenden Trendthemen bei Twitter gehört der „Rassismus gegen Weiße“. Nun ist die Plattform nicht gerade dafür bekannt, besonders konservativ oder gar rechtslastig zu sein. Daß ein derart rechter Begriff in dem Netzwerk dennoch eine so hohe Verbreitung findet, daß er es sogar immer wieder in die Hitliste der meistdiskutierten Themen schafft, ist nur möglich, weil sich viele Linke in Rage twittern, sobald ihn jemand verwendet. Denn für Linksradikale ist „Rassismus gegen Weiße“ nur die gerechte Strafe für deren Nazi-Erbschuld.

So tragen paradoxerweise radikale Linke und vermeintlich antirassistische Rassisten aus der postmodernen „People of Color“ (PoC)-Blase dazu bei, die verpönte Bezeichnung zu verbreiten. Einige besonders intelligente Vertreter dieser Bubble leisten diesbezüglich übrigens gleich doppelt gute Arbeit. So empören sie sich unter erneuter Verwendung des Hashtags „RassismusGegenWeiße“ darüber, daß „RassismusGegenWeiße“ schon wieder in den Twitter-Trends ist.

Wer den Hashtag anklickt, findet dann auch alles, was die Mentalität der antiweißen Rassisten ausmacht. Ganz vorne mit dabei ist hier natürlich die Viereinfalltigkeit des antiweißen Rassismus: „Quattromilf“ Jasmina Kuhnke.

Grünen-Politiker Kasek mischt kräftig mit

Die dauertwitternde Autorin will sich die Butter als Oberopfer der Nation nicht vom Brot nehmen lassen und schreibt: „Du bist weiß? Du fühlst dich davon belästigt, daß Nichtweiße über Rassismus sprechen? Du fühlst dich von der Begrifflichkeit `weiß` rassistisch behandelt? Lustig, weil es keinen Rassismus gegen Weiße gibt und du nur versuchst, davon abzulenken, daß du Teil des Problems bist!“

Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek kann nicht nur das intellektuelle Niveau der „Oberhaterin namens Quattromilf“ locker halten. Der stets auf Krawall gepolte Twitter-Hooligan ist darüber hinaus offenbar schon voll im Wahlkampfmodus. Er scheint diesen Begriff allerdings in seiner sehr eigenen Art und Weise eher als Kampf gegen große Teile der Bevölkerung und damit potentielle Wähler zu definieren, wenn er diesen entgegen keift:

„Rassismus ist ein weißes Herrschaftskonzept. Wer das nicht kapiert, leugnet die Zusammenhänge und relativiert Rassismus. Entsprechend gibt es keinen Rassismus gegen Weiße. Was es gibt, ist Diskriminierung. Eure Dummheit kotzt mich an.“

Das ZDF klärt über Rassismus auf

Auch die selbsternannte „Bildungsstätte Anne Frank“, eine politisch sehr weit links stehende Initiative, betreibt vermeintliche Bildungsarbeit und erklärt in mehreren Tweets, „wieso es keinen Rassismus gegen Weiße gibt und warum dieser Begriff vermieden werden sollte“.

Nicht nur bei der linken Bildungseinrichtung, auch beim staatlichen Bildungsfernsehen weiß man schon lange, daß es den antiweißen Rassismus, der in den Tweets von Kuhnke und Konsorten aus jeder Zeile trieft, in Wirklichkeit gar nicht gibt. So erklärte zum Beispiel „ZDF heute“, daß man das, „was einige hier vermutlich meinen“, allenfalls als „Diskriminierung“ bezeichnen könne, weil diese nun einmal kein „strukturell verankertes Phänomen“ sei. Außer vielleicht beim ZDF selbst.

Da kann es auch nicht verwundern, wenn eine Nutzerin, deren Profil so wirkt, als habe sie ihre Login-Daten bereits vor Jahren an sämtliche Online-Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten abgegeben, die Welt nicht mehr versteht und deshalb geistige Purzelbäume schlägt: „Wenn Rassismus gegen Weisse trendet, Tareq Alaows  seine Kandidatur wegen Morddrohungen zurückzieht, und gleichzeitig uns Biodeutsche – die, die zwischen Paßdeutschen und `echten‘ Deutschen´ unterscheiden – Staatsbürgerschaft erklären wollen. kannst dir nicht ausdenken!“

Die Empörung wirkt nur in eine Richtung

Das Zurückziehen der Bundestagskandidatur des syrischen Staatsbürgers ohne deutschen Paß, Tareq Alaows, hatte dazu beigetragen, daß die Problematik des antiweißen Rassismus bei Twitter von zahlreichen Nutzern heiß diskutiert wurde. Der Syrer hatte den Verzicht auf die Kandidatur, die nach aktueller Gesetzeslage sowieso nicht möglich gewesen wäre, damit begründet, daß er und sein privates Umfeld massiven rassistischen Bedrohungen ausgesetzt gewesen seien.

Die grundsätzlich verständliche Empörung vieler prominenter Linker und Grüner, darunter auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), wirkte jedoch heuchlerisch. Nicht nur, weil die standesgemäß Empörten über die Tatsache hinweggingen, daß dem Grünen mit der noch nicht vorhandenen deutschen Staatsbürgerschaft eine wichtige Voraussetzung fehlte, um überhaupt für den Bundestag kandidieren zu dürfen. Sondern vor allem, weil bei den meisten von ihnen vergleichbare Solidaritätsbekundungen mit bedrohten und tätlich angegriffenen AfD-Kandidaten bislang ausgeblieben waren.

Dabei ist die AfD mit Abstand die Bundestagspartei, deren Mitglieder den meisten Angriffen zum Opfer fallen. Aber immerhin soll es sich dabei ja nicht um ein strukturelles Problem handeln.

Demonstration gegen Rassismus in Berlin 2020 Foto: picture alliance / imageBROKER | Wolfgang Noack
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