London im Pride-Modus
London im „Pride“-Modus: Regenbögen, wohin man sieht Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Dave Rushen

„Pride“-Monat
 

Vollgestopft mit LGBT-Stolz

Vor einigen Jahren waren es nur vereinzelte Regenbogen-Fahnen, doch inzwischen ist der „Pride“-Monat Juni zu einer Massenbewegung geworden. Zumindest hat es den Anschein, wenn man auf Social Media unterwegs ist.

Wie auf ein geheimes Kommando beflaggen Tausende Institutionen und Unternehmen ihre Twitter- und Facebook-Seiten mit der Regenbogen-Fahne. Wer besonders progressiv erscheinen will, hat sogar noch den schwarz-rosa-hellblauen Transsexuellen-Wimpel mit integriert.

Am Mittwoch reihte sich auch Greta Thunberg ein. Ihrer Ansicht nach sollte nicht nur der Juni, sondern jeder Monat des Jahres der Schwulen-Lesben-Bi-und-Transsexuellen-Bewegung gehören.

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In Deutschland war es bislang eher die Ausnahme, jetzt wird es immer häufiger, daß staatliche Institutionen und gar Ministerien die Fahne der LGBT-Bewegung hissen. Das SPD-geführte Familienministerium, aber auch zahlreiche Rathäuser sind dabei.

In Großbritannien ist der LGBT-Monat fast schon ein nationales Ereignis. „Pride“ wird im Juni scheinbar enthusiastisch von ganz oben bis ganz unten gefeiert. Vom Twitter-Account der 10 Downing Street über Polizeireviere bis zu Tausenden Firmen legt man die Regenbogenfahnen an.

Zwangsbeglückung

An der Supermarktkasse von Salisburys steht triumphierend auf Fähnchen: „Proudly Supporting the LGBT+ Community“. Am Bankomaten erscheint im Bildschirm die Regenbogenfahne mit „Pride“-Botschaft. Die Zigtausenden Mitarbeiter der Londoner U-Bahn und der Museen, sogar die Polizisten müssen oder sollen im Juni Umhängebänder mit Regenbogenfarben tragen.

„Marks and Spencer“ serviert Pride-Sandwiches. McDonalds hat für seine Fritten einen regenbogenfarbenen Pappkarton kreiert. In Schottland werden einige Schulen den ganzen Monat lang die Fahnen am Mast zeigen müssen.

Nicht alle lieben es. Mancher empfindet es als Zwang, sich zum LGBT-Stolz bekennen zu müssen oder auf Schritt und Tritt mit LGBT-Marketing traktiert zu werden.

Der Rapper Zuby postete ein treffendes Bild, das eine Katze bei der Regenbogen-Zwangsfütterung zeigt. So fühlt sich Pride für die weniger Enthusiastischen an.

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Aber gut, Zuby ist ja auch als Transgender-Ketzer bekannt. Vor zwei Jahren hat der schwarze Rapper mit Oxford-Abschluss aus Spaß den Frauenweltrekord im Schwergewichtsheben gebrochen, während er sich als Frau identifizierte.

Für Normalbürger kostet es Überwindung, sich dem allgegenwärtigen LGBT-Marketing, das schon an Propaganda grenzt, zu entziehen. „Der Pride-Monat wird jedes Jahr ärgerlicher“, findet Brendan O’Neill, Chefredakteur der Zeitschrift Spiked.

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Nur mit Sarkasmus zu ertragen

Das allgegenwärtige Virtue-Signalling (Tugend-Protzen) geht ihm auf die Nerven. Es sei schon ein halbes Jahrhundert her, daß man als Schwuler oder Lesbe echten Mut brauchte, um sich öffentlich zu bekennen. Heute hat sich der Konformitätsdruck umgekehrt: Sich nicht zur LGBT-Bewegung zu bekennen und keine Regenbogenfahne aufzuhängen erfordere Mut.

Wie verlogen das ganze LGBT-Marketing ist, zeigt ein Blick auf die Facebook- oder Twitter-Seiten von großen Konzernen wie BMW, Mercedes, Procter and Gamble, Microsoft oder Youtube in verschiedenen Regionen: Im Westen leuchten schillernde Regenbogenfarben, doch dieselben Konzerne hüten sich, in Saudia-Arabien oder anderen islamischen Ländern, wo Schwule bis heute ausgepeitscht werden, die LGBT-Sache auf ihren Seiten auch nur zu erwähnen.

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Der britische Comedian Andrew Boyle alias Titania McGrath spießt die Heuchelei der „stolzen LGBT-Konzerne“ treffend auf.

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Das verlogene LGBT-Marketing ist wohl nur noch mit bitterem Sarkasmus zu ertragen.

London im „Pride“-Modus: Regenbögen, wohin man sieht Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Dave Rushen
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