Fridays for Future
Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer Foto: picture alliance/rtn – radio tele nord
„Personenkult“ um Luisa Neubauer

Schlechtes Klima bei Fridays for Future

Bei „Fridays for Future“ hat man keine Lust mehr auf Luisa Neubauer. Der Starrummel um die Demo-Dauerrednerin und Talkshow-Quasselstrippe ist den Organisatoren einfach zu groß geworden. „Dieser Personenkult um Luisa Neubauer ist schon schwierig“, sagte zum Beispiel Laetitia Seyboldt aus dem FFF-Führungsteam im Schwarzwald kürzlich gegenüber der Welt. Giada Marino vom Presseteam der Organisation verkündete gegenüber dem Focus eine „Promi-Bremse“, durch die sich die Klimaschutz-Organisation „in Zukunft diverser aufstellen“ wolle.

Diese Aussagen dürften für viele ziemlich überraschend kommen. Vor allem angesichts der Tatsache, daß die ganze Bewegung auf dem Personenkult um ein schwedisches Teenager-Mädchen mit Asperger-Syndrom aufgebaut ist, deren Auftritte auf der ganzen Welt von ihren zumeist ebenfalls sehr jungen Anhängern zelebriert werden wie eine vegane Abendmahl-Messe beim Weltkirchentag.

Vorwurf der Karrieregeilheit

Der Verdacht liegt nahe, daß das Problem der deutschen FFF-Sektion mit dem „Personenkult“ vor allem mit der Person Luisa Neubauer zu tun hat. Tatsächlich beziehen sich viele der Kritikpunkte auf das persönliche Verhalten der Influencerin. Die Hamburgerin wird von vielen ihrer internen Kritiker schon lange als karrieregeil beschrieben.

Auch ihre vielen Flugreisen, die ihr im Internet bereits den Beinamen „Langstrecken-Luisa“ eingebracht haben, sind inzwischen auch innerhalb der Organisation ein Thema, was wieder einmal beweist, wie wichtig eine starke Gegenöffentlichkeit in diesen Zeiten ist. Die in Neubauer vernarrte linksgrüne Jubelpresse hätte eine solche Diskussion in der von ihr so verehrten Klimaschutzbewegung sicherlich nicht so schnell angestoßen.

Luisa Neubauer, so hört man jetzt aus der Mitte der aktiven Mitglieder, gehe es vor allem um Ruhm und darum, persönlichen Profit aus der Sache zu schlagen. Als eines der ersten Indizien hierfür galt vielen ihrer Mitstreiter ihr Aufruf zusammen mit einem einheimischen Kondomhersteller zur sogenannten Bürgerversammlung, bei der im Juni 90.000 Menschen für ein Eintrittsgeld von je 29,95 Euro zusammenkommen sollen, um gemeinsam und zeitgleich an ihren Smartphones eine Live-Petitionen für den Klimaschutz zu unterzeichnen.

Neubauer will „mehr Vielfalt“

Neubauers spätere Distanzierung von der Veranstaltung konnte ihren Ruf in den eigenen Reihen offenbar nicht mehr retten. Auch die von ihr für „Fridays for Future“ mitinitiierte enge Zusammenarbeit mit ihrer Cousine, Carla Reemtsma, mit der sie einen sehr kleinen und wenig transparenten Kreis von Vertrauten und Entscheidern um sich geschart habe, wird in diesem Zusammenhang immer wieder zur Sprache gebracht.

Das so gescholtene Politsternchen zeigt sich in Sachen Kritik offen, wenn auch relativ verständnislos. „Ich habe es mir mit Sicherheit nicht ausgesucht, plötzlich eine öffentliche Person zu sein“, antwortete Luisa Neubauer laut dem Focus einst auf die Vorwürfe. Ob die professionelle Instagrammerin den Satz ohne laut loslachen zu müssen über die Lippen gebracht hat, ist nicht überliefert. Die 23jährige versichert, sie habe sich stets selbst um „mehr Vielfalt“ bemüht.

„Wo es geht“ gebe sie Anfragen ab und verweise „mit herzlichen Grüßen auf andere aus der Bewegung“. Wenn das wirklich stimmt, ging es wohl ziemlich selten oder die, auf die sie da verwiesen hat, sind allesamt so wenig öffentlichkeitstauglich, daß Talkshowredaktionen und andere Berichterstatter dankend ablehnten. Das deutsche Gesicht der Gruppe ist, zumindest für die Öffentlichkeit, jedenfalls bis heute eindeutig die „German Greta“ selbst.

Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer Foto: picture alliance/rtn – radio tele nord

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