Titelbilder mit Donald Trump
Foto: picture alliance / abaca / „Der Spiegel“ / „Stern“ / JF-Montage
Trump-Bashing

Provinzielle Hohldreherei

Deutschlands Leitmedien sind besessen von Donald Trump. Keine Banalität ist zu blöd, um sie nicht zur „Meldung“ aufzublasen, solange man nur etwas Negatives über den US-Präsidenten sagen kann – und sei es ausgemachter Unfug Marke „Trump guckt ohne Brille in die Sonnenfinsternis, das darf man aber gar nicht“.

Daß die Vorlagen für die Null-Meldungen und läppischen Stänkereien, mit denen deutsche Medien ihre Online-Auftritte überschwemmen, meist aus den USA abgekupfert sind, macht es nicht besser. Klar, dort gibt es eine Menge Leute, die immer noch nicht verkraften können, daß der „Falsche“ gewonnen hat.

Voran die Verliererin Hillary Clinton, deren zwischen Buchdeckel gepackte belanglose Wahlkampf-Kolportage („Gänsehaut“, „Widerling“) gerade netzauf, netzab unkritisch bejubelt wird. Hurra, wieder ein Schuß für die tägliche Überdosis Anti-Trump!

Die letzten Sicherungen sind durchgebrannt

Bis heute haben die deutschen Meinungsgouvernanten Trump nicht verziehen, daß das amerikanische Volk ihn gewählt hat, obwohl sie ihm doch ausdrücklich davon abgeraten hatten. Unbetreute Demokratie, das geht überhaupt nicht. Und jetzt hat er auch noch ihre Lieblinge von der „Antifa“ zusammen mit anderen linksextremen Gewalttätern, Fanatikern und anti-weißen Rassisten als „Alt-Left“ etikettiert und genauso verdammt wie Neonazis und Rechtsextremisten. Was erlauben Trump – einfach die herrschende linke Mainstream-Ideologie in Frage zu stellen.

Seither sind auch die letzten Sicherungen durchgebrannt. Der Spiegel, der seit Trumps Amtsantritt ein Faible für Titelbild-Hetze im Stil primitiver Agitprop-Plakate entwickelt hat, porträtiert den US-Präsidenten mit Ku-Klux-Klan-Kapuze, und der Stern pinselt sich einen Donald Trump in Hitler-Pose mit ausgestrecktem Arm zurecht und textet „Sein Kampf“ dazu.

Propaganda statt Informationen

Ja, genau der Stern, der sich sonst als journalistischer Sittenwächter echauffiert, wenn ein griechischer Medienfritze es wagt, der Bundeskanzlerin und nebenberuflichen Retterin der freien Welt ein Adolf-Bärtchen anzukleben.

Man kann über diesen irgendwo zwischen Prawda, Stürmer und Sudel-Ede angesiedelten Niveau-Unterbietungswettbewerb angewidert den Kopf schütteln. Gegenüber dem Ausland wird diese selbstgefällige provinzielle Hohldreherei allmählich peinlich.

Am besten, man nimmt die grotesken Schlagzeilen und Titelbilder der deutschen Mainstreammedien als Warnhinweis: Finger weg – wer Informationen statt Propaganda über die Verhältnisse in den USA sucht, greift besser zu Alternativmedien oder schaut sich auf amerikanischen, britischen oder Schweizer Netzseiten um. Die sind das neue Westfernsehen.

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