Finger im Ohr
Die Linke setzt auf Diskursverweigerung Foto: picture alliance/Bildagentur-online

Meinung
 

Die Angst vor der Debatte

Die zunehmende linke Diskursverweigerung der vergangenen Wochen zeigt, man scheint sich seiner Argumentationsschwäche mittlerweile bewußt zu sein. Die Nazikeule, einst stärkste Waffe der politischen Linken, zieht nicht mehr so richtig. Lange konnte man der deutschen Mehrheitsgesellschaft einreden, jeder, der den Migrationshintergrund von Straftätern anspricht, sei ein verkappter Rassist.

Islamkritiker waren schnell als Ausländerfeinde abgestempelt, selbst wenn sie selbst Ausländer waren. Die meisten Deutschen wußten einfach zu wenig über den Islam und hatten wenig Erfahrung mit Menschen aus diesem Kulturkreis. Die politisch gewollte Ghettoisierung hat die Migrationsprobleme in den ausländischen Communities gehalten.

Dies hat sich mit der Flüchtlingskrise schlagartig geändert. Plötzlich waren Kriminalität, unüberwindbare kulturelle Differenzen und das latente Gefühl, Opfer von Gewalt zu werden, allgegenwärtig. Die Realität gab den „Hetzern“ recht. Die Linke stand vor dem Problem, daß sie in jeder Diskussion mit dieser Realität konfrontiert wurde. Damit wußte sie nicht umzugehen. Hinzu kam, daß sie, in ihrem jahrzehntelangen Siegeszug um die öffentliche Meinung, das Argumentieren verlernt hat.

Nichts opportuner, als „gegen Rechts“ zu sein

Linkssein war inzwischen so mainstream, daß man Widerspruch nicht mehr gewohnt war. Plötzlich war dieser da und kam auch noch recht überzeugend daher. Inzwischen scheut die Linke den Diskurs wie der Teufel das Weihwasser. Die Feministin und Chefredakteurin von „EDITION F“, Teresa Buecker, twitterte kürzlich, erkennbar stolz auf die eigene Ignoranz: „Einem sehr verdatterten Redakteur klar gesagt, daß ich in keine Sendung komme, in der Birgit Kelle sitzt, weil ich sie untragbar finde.“

Diskussionen werden soviel einfacher, wenn alle einer Meinung sind. Debattenbeiträge in linken Zeitungen sind vor allem davon geprägt, daß man sich auf keine Debatte einläßt. „Die Zeit des Redens ist vorbei“, schreibt Sibylle Berg auf Spiegel Online, und Leo Fischer, der kürzlich mit der Verbreitung von „Fake News“ zum Buchmessen-„Nazi-Eklat“ von sich reden machte, ruft im Neuen Deutschland zum „Schweigen“ auf.

Lügen-Leo behauptet gar, es sei im Kampf gegen Rechts „schon so weit, daß man nicht mehr dagegen sein darf“. In Wahrheit ist natürlich noch immer nichts opportuner, als „gegen Rechts“ zu sein. Neuerdings ersetzen schlichte Behauptungen nur keine Argumente mehr. So gesehen tun sich „Fake News“-Fischer, Berg und Co. wohl tatsächlich selbst einen Gefallen, wenn sie sich jeder öffentlichen Debatte entziehen.

Die Linke setzt auf Diskursverweigerung Foto: picture alliance/Bildagentur-online
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