Lutz Bachman: Sein Rücktritt ist notwendig Foto: dpa
Meinung

Bachmanns Rücktritt war notwendig

Lutz Bachmann ist zurückgetreten. Der Schritt war notwendig, konsequent – und überfällig. „Offensichtlich haben wir einen Nerv getroffen“, hatte der Pegida-Initiator im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT im Dezember noch festgestellt, und anders wäre es tatsächlich nicht zu erklären, warum sich Woche für Woche immer mehr Demonstranten dem Aufruf seines Bündnisses angeschlossen hatten, beim (vorerst) letzten Mal mindestens 25.000.

Daß Bachmann und seine Mitorganisatoren so viele unzufriedene Bürger – friedlich – auf die Straße brachten, lag auch an der stets betonten Distanz zu Extremisten und politischen Radaubrüdern. Die Forderungen und Reden auf den Pegida-Kundgebungen waren „softer“ als manches, was in der Union der siebziger Jahre noch zum guten Ton gehörte.

Den falschen Nerv getroffen

Mit seinen früheren verbalen Entgleisungen, die nun bekannt wurden, hat Bachmann dem Anliegen seines Vereins und der Zehntausenden Mitdemonstranten geschadet. Wer Asylbewerber als „Viehzeug“, „Gelumpe“ und „Dreckspack“ beschimpft, landet zu Recht im politischen Aus. So etwas geht gar nicht.

Es ist verwunderlich, warum Bachmann die Konsequenzen erst in letzter Minute, nach dem Ertapptwerden, gezogen hat. Schon seine Ausfälle gegen die Grünen-Politikerin Claudia Roth, von denen er sich distanzieren mußte, hätten ihm Warnung sein müssen: da wird noch Schlimmeres ans Licht kommen.

Gerade weil hierzulande alles rechts der Mitte unter besonders kritischer medialer Beobachtung steht, sind politische Hygiene und Seriosität unabdingbar. Daß so viele Initiativen in diesem Beritt schon früh scheiterten oder in der Bedeutungslosigkeit verschwanden, liegt nicht allein an der Unfairneß ihrer Widersacher, sondern auch an den Versagern und Hasardeuren in den eigenen Reihen. Seine Pöbel-Kommentare dienen um so leichter denen als Bestätigung, die Pegida schon immer im „braunen Sumpf“ verorteten; Bachmann hat also offensichtlich einen Nerv getroffen. Leider jetzt den falschen. (vo)

Lutz Bachman: Sein Rücktritt ist notwendig Foto: dpa

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