Meinung
 

Konflikt in der Ukraine: Deutschland hat versagt

Es könnte doch so einfach sein in der Ukraine: Hier die demokratische Opposition, dort das blutrünstige Regime. Die andere Seite behauptet, bei den Demonstranten handele es sich nur um Marionetten von EU und USA. Zwischen diesen beiden Extremen schwankt die Einschätzung des Konflikts in der Ukraine in Deutschland. Nichts könnte falscher sein.

Bei der Opposition handelt sich eben nicht um fremdgesteuerte Agenten des Westens. Die meisten haben schlicht die Nase voll von der abstoßenden Korruption des postsowjetischen Janukowitsch-Regimes. Viele Konservative, Antikommunisten, Nationalisten und auch kirchliche Würdenträger haben sich den Demonstranten angeschlossen.

Nicht nur Schwarz und Weiß in Kiew

Mit jeder weiteren Gewalteskalation haben die radikaleren Kräfte der Opposition an Einfluß gewonnen. Sie machen genauso Jagd auf Polizisten wie umgekehrt. Dutzende sind schon umgekommen, Angehörige der Sicherheitskräfte und Demonstranten. Gut und Böse? Eine solche Trennlinie kann es in Kiew nicht geben.

EU, USA und Rußland. Alle haben ihre Interessen in dem Land. Aber die Akteure vor Ort verfolgen ganz eigene Ziele. Sie lassen sich nicht so einfach steuern, wie mancher glaubt. Genausowenig steht die Ukraine vor der Wahl: Rußland oder EU.

Deutschlands vornehmste Aufgabe wäre es gewesen, in dem Konflikt zwischen beiden Seiten umsichtig zu vermitteln und das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu schützen. Auch das der Ukrainer, die nicht in ständiger Abhängigkeit von Rußland leben wollen. Die Bundesregierung hat genau diese Chance durch ihre Parteinahme für den hierzulande völlig überschätzten Vitali Klitschko vorläufig verspielt.

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