Meinung
 

Alle lieben Merkel

Angela Merkel kann zufrieden sein. Mit einem Traumergebnis von fast 98 Prozent wurde sie am Dienstag in Hannover einmal mehr zur CDU-Chefin gewählt. Einen Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben. Merkel verkauft ihre Politik gerne als alternativlos. Ganz offensichtlich ist sie dies selbst  als Parteivorsitzende auch.

Trotz Milliardenzahlungen zur Euro-Rettung auf Kosten des Steuerzahlers, übereiltem und konzeptlosem Atomausstieg, der Abschaffung der Wehrpflicht, trotz Papst-Kritik und Sarrazin-Schelte, stetiger Aufgabe christlicher und konservativer Werte, trotz Krippenausbau und Irrfahrt in der Bildungspolitik: Merkel bleibt unangefochten die Nummer eins ihrer Partei.

Ergebnis wie zu Zeiten von Volksammerwahlen

Ob Junge Union oder Senioren Union, ob Arbeitnehmerflügel oder Mittelstandsvereinigung: Alle lieben Merkel. Angesichts eines Ergebnisses, das an die Volkskammerwahlen der DDR erinnert – von über 930 Delegierten stimmten gerade mal 19 gegen sie – erübrigen sich alle Warnungen, Merkel dürfe den konservativen Flügel der Union oder die christliche Seele der Partei nicht vernachlässigen.

Ein paar so inhaltsleere wie konsequenzlose Phrasen gegen die Homo-Ehe kurz vor ihrer Wiederwahl und ein halbherziges Bekenntnis zur FDP als Koalitionspartner, das keinesfalls eine Absage an die Grünen war, und schon scheinen alle wieder versöhnt.

Die CDU-Funktionäre haben erkannt, daß Merkel der beste Garant zum Erhalt der Macht ist. Sie hat die ohnehin nicht profilstarke Partei seit ihrem Machtantritt im Jahr 2000 immer weiter rundgeschliffen, so daß die Union heute problemlos mit allen anderen Parteien koalieren kann, von der Linken vielleicht einmal abgesehen.

Merkel ist die CDU

Als Regierungschefin wird Merkel mitunter vorgeworfen, sie verhalte sich abwartend und entscheide sich erst für eine Seite, wenn die Stimmungslage eindeutig ist. Ähnlich verhält es sich mittlerweile auch mit ihrer Partei, die regelmäßig dem Zeitgeist hinterherrennt, da es offenbar nichts eigenes mehr zu verteidigen gibt.

Was immer die Union auf ihrem Parteitag in Hannover an Inhaltlichem und Programmatischem noch beschließen wird, es bleibt nebensächlich und irrelevant. Angela Merkel ist die CDU und die CDU ist Angela Merkel.

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