Interview

„Unser Ziel sind 10.000“

Lutz Bachmann ist das Gesicht der Pegida-Demonstrationen, die jeden Montag in Dresden Tausende Bürger gegen Islamismus und unkontrollierte Einwanderung auf die Straße bringen. Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT spricht Bachmann über linksextreme Blockaden, seine Vergangenheit und die Zukunft von Pegida.

Herr Bachmann, Sie haben sich dagegen entschieden, als Leiter von Pegida zurückzutreten. Warum?

Bachmann: Das habe nicht ich entschieden, sondern unser Leitungsgremium, das sogenannte Orgateam.

Bis Dienstag noch wollten Sie zurücktreten.

Bachmann: Ja, um Schaden von Pegida abzuwenden. Ich habe nie verschwiegen, daß ich vorbestraft bin. Dennoch sehe ich den Versuch unserer Gegner, diesen Makel meiner Person aus der Vergangenheit auf Pegida insgesamt zu projizieren. Davor wollte ich Pegida schützen.

Was hat Sie umgestimmt?

Bachmann: Die einhellige Unterstützung des Orgateams auf unserer Krisensitzung gestern und die breite Unterstützung unserer Basis, die ich in den letzten Tagen erfahren habe. Außerdem scheint der Versuch, mittels meiner Vergangenheit Pegida zu stigmatisieren, nicht zu fruchten. Vermutlich, weil ich von Anfang an aufrichtig damit umgegangen bin.

Wie viele Demonstranten werden nächsten Montag zu Pegida kommen?

Bachmann: Unser Ziel sind 10.000.

Ist das realistisch?

Bachmann: Na klar! Was allerdings nicht heißt, daß wir die Marke Montag auf jeden Fall knacken – aber daß wir sie sehr wohl knacken können.

Und wenn nicht?

Bachmann: Ich gehe davon aus, daß wir die Teilnehmerzahl erneut steigern werden. 10.000 sollten drin sein – und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Entscheidend ist: Es werden mehr als letzten Montag sein. Wir wachsen.

Steckt Pegida seit vergangenem Montag nicht in einer Sackgasse?

Bachmann: Warum?

Linksextremisten hatten ihren Demonstrationszug blockiert. Pegida ging als Verlierer vom Platz. Sie haben von den eigenen Leuten Pfiffe geerntet.

Bachmann: Es war eine schwierige Entscheidung, auf eine Räumung zu verzichten, aber sie war richtig. Hätten wir die Polizei die Blockade räumen lassen, hätte es unschöne Bilder gegeben. Darauf warten zu viele Journalisten, um dann zu schreiben „Gewalt bei Pegida!“, was auf viele Bürger abschreckend wirken könnte. Ja, es hat zunächst Kritik an meiner Entscheidung gegeben. Aber im nachhinein erfahre ich vor allem Zustimmung. Es war richtig, daß wir nicht auf unser Recht bestanden, sondern klargemacht haben, daß Pegida friedfertig ist, Gewalt in jedem Fall vermeidet und also eine Veranstaltung für alle Bürger ist.

Werden Sie am Montag erneut blockiert?

Bachmann: Nein.

Wie können Sie so sicher sein?

Bachmann: Weil wir in einem konstruktiven Gespräch mit der Polizei und dem Ordnungsamt eine Lösung gefunden habe.

Die wie aussieht?

Bachmann: Das kann ich hier nicht verraten.

Jede Route kann blockiert werden. Folglich muß Ihnen die Polizei versprochen haben, jede Blockade schon im Keim zu ersticken.

Bachmann: Die Polizei hätte die Blockade auch schon letzten Montag verhindert, wenn der Chemieunfall in Pirna nicht zum Abzug zweier Hundertschaften geführt hätte. Nächsten Montag wird die Polizei voll einsatzfähig sein. Ich habe die Zusage, daß unsere Veranstaltung folglich auch präventiv besser geschützt wird. Insgesamt fühlen wir uns von unserer Polizei gut beschützt und haben Vertrauen zu den Beamten. Deshalb bin ich sicher, daß der kommende Montag ein Erfolg wird.

Ein ausführliches Interview und alle Hintergründe zu Pegida lesen Sie in der kommenden Ausgabe (51/14) der JUNGEN FREIHEIT.

>> JF-Dossier zu Pegida

Lutz Bachmann: Interview mit Pegida-Gründer Foto: imago / Robert Michael

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