Selbstzerlegung

Den Machtkampf in der NPD hat Udo Voigt vorerst für sich entschieden. Er wird die finanziell schwer angeschlagene Partei auch im Superwahljahr anführen. Für seinen Machterhalt hat Voigt jedoch einen hohen Preis gezahlt. Als Reaktion auf seine Wiederwahl zogen sich einflußreiche Köpfe wie die beiden Fraktionschefs fast gänzlich aus dem Parteivorstand zurück. Im Gegenzug sorgte Voigt dafür, daß der selbst in den eigenen Reihen als „Schädelvermesser“ umstrittene Hamburger Anwalt Jürgen Rieger wieder zu seinem Stellvertreter gewählt wurde. Mit Berufsdemonstranten wie Thomas Wulff im Parteivorstand karikiert die NPD zudem ihren selbstgesteckten Anspruch, sich als wählbare Alternative zu präsentieren.

Ein Armutszeugnis sind allerdings auch die kindischen Gängeleien, mit denen die Vertreter der sogenannten Zivilgesellschaft einmal mehr versucht haben, der NPD das Leben schwer zu machen. Wer sich darüber freut, daß deren Vertreter sich ihr Recht auf einen Parteitag vor Gericht erstreiten müssen, um dann durch einen aberwitzigen Mietvertrag geradezu verhöhnt zu werden, ist nicht mutig, sondern einfach nur peinlich. Schließlich hat die NPD am Wochenende eines deutlich gezeigt: Von ihr geht keine Gefahr für die Demokratie aus. Sie ist viel zu beschäftigt, sich selbst zu zerlegen.

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