Mißliebiges Projekt

Dem seit Jahrzehnten existierenden Westpreußischen Landesmuseum im Drostenhof in Münster-Wolbeck droht möglicherweise aus finanziellen Gründen das Aus. Das ist eine schlechte Nachricht nicht nur für Flüchtlinge und Vertriebene aus dem westpreußischen Raum und deren Nachkommen, sondern für alle Menschen, denen die Erinnerung an die Geschichte der Vertreibungsgebiete am Herzen liegt. Bald dürften auch die Häuser für Ostpreußen, Schlesien und andere ehemals deutsche Siedlungsgebiete gefährdet sein. Mit dem Hinweis auf Sparzwänge kann man immer Projekte erledigen, die sowieso als politisch nicht korrekt gelten und keine schlagkräftige Lobby hinter sich haben.

Der Bund schüttet zur Zeit Milliarden von frisch geborgten Euro über angeblich systemrelevante Banken und einige den Politikern wichtig erscheinende Industrien aus. Ob das wirtschaftlich nützt, ist zweifelhaft. Daß von diesem Geldsegen etwas bei den Erinnerungsstätten der Vertriebenen ankommt, ist mehr als unwahrscheinlich. Dennoch sollten die Vertriebenen jetzt Lärm schlagen. Sie haben nur bis zur Bundestagswahl die Chance, an der großen Wählerbestechung zu partizipieren. Danach gelten Wahlversprechen nichts mehr, und die Wohltaten müssen über Steuererhöhungen wieder eingesammelt werden.

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