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„Hilfspaket“ für die Schnauze

"Ham wa nich! Dä näächste!“ Überrascht schrickt der Neuberliner oder Hauptstadttourist zusammen, bekommt er erstmals den ruppigen Jargon der Ur-Berliner zu spüren, auf den er trotz der landläufigen Verklärung zur  herzlich  gemeinten „Berliner Schnauze“ meist dann doch nicht vorbereitet ist. Damit soll nun bald Schluß sein, geht es nach dem Willen des Berliner Senats. Am vergangenen Montag startete die vom „Regierenden“ Klaus Wowereit ins Leben gerufene Kampagne „Be Berlin“ ihre große „Freundlichkeitsoffensive“, bei der 13 Institutionen sogar eine offizielle Kooperationsvereinbarung im Roten Rathaus unterzeichneten. So sollen über eintausend Polizisten, Mitarbeiter in öffentlichen Verkehrseinrichtungen und Messehostessen sich mit einem weißen Anstecker mit einem „I“ als auskunftsfreudig bekennen.

Die Kampagne „Sei Herz. Sei Schnauze. Sei Berlin.“ ist keine Kritik an der Hilfsbereitschaft der Berliner, wehrt Senatssprecher Richard Meng ab, aber man sei eben „in Berlin und auch Deutschland insgesamt  nicht gerade für Service und Freundlichkeit bekannt“. Bereits 2006 wurden S-Bahn-Schaffner den WM-Gästen zuliebe angehalten, dem üblichen, kasernenhofmäßigen „Zurückbleiben“ ein kleines „Bitte“ hinzuzufügen. Doch mit dem neuen Modell sei man an der Spree „Vorreiter“, und Meng rechne fest damit, „daß es einen Nachahmungseffekt geben wird“.  – Vielleicht räumen andere Städte in Krisenzeiten statt der Freundlichkeit dem Zustand von Industrie und Mittelstand jedoch noch höhere Priorität ein. Immerhin kostet die PR-Aktion mit allem Brimborium den Steuerzahler stolze 200.000 Euro.

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