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Damenunfrieden in München

Daß die Fünf-Prozent-Klausel Ungemach bereiten könnte, gehört zur jüngsten Erfahrung der Bayerns Himmel einst mit absoluter Herrlichkeit regierenden CSU. Umgerechnet fünf Prozent, wichtig für die Europawahl, müssen am 9. Juni erreicht werden. Aber wie?

Seit der Absage 1992 an die im Einheitsjahr 1990 ruckzuck adoptierte „Tochterpartei“ DSU,  Sammelbecken für nationalkonservative „Ossis“, firmiert die CSU wie eh allein in Bayern. „Wir in Bayern“ waren absolut unschlagbar – bis Gabriele Pauli kam und dem Stoiber Macht und Namen nahm. Vergeblich stürzten sich Beckstein/Huber auf die von der Dame gesäte Drachensaat. Dann zogen die Freien Wähler, auch sie Protagonisten der absoluten Mitte, Frau Pauli, dank Latex-Ausstattung und befristetem Ehe-Abonnement hoch attraktiv, herzlich an die Brust. Das Liebesspiel kostete die CSU satte 17 Prozent.

Für Straßburg kann es knapp werden. Denn  eine andere CSU-Dame bringt den umfassend väterlich-sozialen Ministerpräsident Seehofer in Rage. Sozialministerin Christine Haderthauer äußerte Zweifel am seligen Franz Josef Strauß. Seehofers Aufregung scheint unangemessen, denn, so mein Eindruck  bei Exkursionen nach Bayern, der Name Strauß scheint  außer am Flughafen München-Erding kaum noch präsent. Der Zeitgeist – nie so flüchtig wie heute. Was gestern war, heute schon vergessen, von  obligaten Geschichtsritualen abgesehen. Entsprang Seehofers Zorn der Pietät gegenüber FJS oder der Sorge um Stimmen der Stammbevölkerung?

Haderthauer, zeitgeistig im Vokabular – Strauß war „superinteressant“, die verewigte Berufsliberale Hamm-Brücher „immer stark“–, hat in der Sache nicht unrecht. Nicht alles an FJS war nachahmenswert. Aber: Als er am 3. Oktober 1988 in Regensburg starb, verlor die deutsche Politik eine große Persönlichkeit. Ihm verdanken wir das die Wiedervereinigung gebietende Karlsruher Urteil. Sein Milliardenkredit für Honecker brachte die  Propagandamühle der SED ins Stocken. Er  fehlte im Einheitsjahr 1989/90. Undenkbar, daß Strauß der  sofortigen Abtretung der über 2+4  gewonnenen 4/5-Souveränität in Maastricht zugestimmt hätte.  Er hätte die DSU als Ost-Vehikel modernisiert. Die NPD wäre uns erspart geblieben. Er, der anders als manche Multikulti-Enthusiasten unerpreßbar nazifrei war, hätte dem permanenten Getöse „gegen  Rechts“ Einhalt geboten. Die CSU bräuchte sich um den von Damen gestifteten Unfrieden und die Prozente für Straßburg nicht zu sorgen.

Herbert Ammon lebt als Historiker und Publizist in Berlin.

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