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1. Mai-Randale

Berlins Innensenator läßt sich von Autonomen jagen

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Innensensator Ehrhart Körting (SPD): Vor Autonomen das Hasenpanier ergriffen. Foto: Senat

BERLIN. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) redet die Gefahr vor linkesextremen Krawallen am 1. Mai in Berlin klein. Bezogen auf eine nicht enden wollende Serie von hunderten Brandanschlägen auf Autos in Berlin, wiegelte jetzt Körting erneut ab: „Nichts spricht dafür, daß sie von größeren Gruppen organisiert wurden, und man sollte es auch nicht herbeireden“, warnte er mit Blick auf Warnungen zu einer Eskalation der Gewalt am 1. Mai.

Die eigene Courage verließ indes die CDU wieder: Der Kreuzberger Abgeordnete Kurt Wansner hatte am 1. Mai mitten in Kreuzberg eine Gegendemonstration abhalten wollen: Wansner, vom Berliner Tagesspiegel als „konservativer Hardliner“ bezeichnet, wollte mitten im von Linksradikalen dominierten „Myfest“ mit einen Sonnenschirm nebst CDU-Logo „gegen linksextreme Gewalt“ demonstrieren.

Der Berliner Polizeipräsident hatte Wansners Plan schriftlich als nicht genehmigungsfähig abgewiesen und angekündigt, diese „Veranstaltung gegebenenfalls zu unterbinden“. Wansner blieb stur – bis heute nachmittag. Unter dem Druck von zahlreichen Gewaltandrohungen, die bei der CDU eingingen, erklärte der Berliner Partei- und Fraktionsvorsitzende der CDU, Frank Henkel, am Donnerstag im Abgeordnetenhaus: „Die Parteimitglieder der CDU-Kreuzberg werden auf eine Informationsveranstaltung verzichten, da durch die Androhung ihrer Unversehrtheit an Leib und Leben nicht mehr gesichert ist“.

„No go areas“ in Berlin: Körting flüchtet vor autonomen Chaoten

Erschütternd ist das Bild, das der für die öffentliche Sicherheit der Hauptstadt verantwortliche Innensenator Ehrhard Körting abgab, als er sich gestern mit Wirten in Friedrichshain traf, die Opfer von Buttersäureanschlägen durch linksextreme Chaoten geworden waren. Als Körting mit dem Journalisten Gunnar Schupelius des Boulevardblattes B.Z. im Lokal sitzt, kreuzen plötzlich mehrere Dutzend scharzgekleidete Frauen und Männer auf und sammeln sich drohend vor dem Lokal. Was tut der Chef für Recht und Ordnung? Mit fliegenden Rockschößen flüchtet er mit seinen Sicherheitsleuten zum Auto, die verängstigten Wirte zurücklassend und entschwindet mit seiner gepanzerten Limousine …

Hier Auszüge der Reportage aus der B.Z.:

Körting strahlte Ruhe und Sicherheit aus und erklärte, die Polizei habe die Lage eigentlich gut im Griff. Wir tranken Cola und Kaffee, als sich plötzlich in unserer Nähe kleine Gruppen aus schwarz gekleideten jungen Frauen und Männern bildeten. Sie schauten zu uns herüber, deuteten auf uns. Es waren erst zehn, dann zwanzig, dann fünfzig. Sie kamen näher. Sie hatten den Innensenator offenbar erkannt. Sie nahmen eine aggressive Haltung ein.

Körting fragte die Wirte, ob die Täter, die Buttersäure in den Lokalen verteilten, so ähnlich ausgesehen hätten wie die schwarz gekleideten, die da auf uns zukamen. Die Wirte nickten zustimmend. In diesem Moment sprang der Innensenator auf, rief mir zu, er müsse jetzt gehen und lief mit seinen Personenschützern die Straße entlang bis zum rettenden Dienstwagen.

Ich blieb mit den Wirten und den Leuten in ihren schwarzen Lederjacken zurück. Das war ungemütlich. Wir fragten uns, wie es sein kann, dass ein Haufen Krawallbrüder darüber entscheidet, ob und wo wir uns mit einem Politiker treffen. Vor unseren Augen hatte der oberste Sicherheitschef dieser Stadt sehr eilig die Bühne geräumt, als die Pöbler in den schwarzen Lederjacken auftauchten. Das hinterließ bei uns ein eigenartiges und ungutes Gefühl.

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