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Gegen die guten Sitten

Früher schrieb man Leserbriefe, die entweder verspätet oder gar nicht zu Artikeln einer Zeitung Stellung bezogen. Ärgerlicherweise mußten diese oft auch noch gekürzt werden. Das Internet schien da eine neue Freiheit zu eröffnen. In vielen Foren konnten sich Leser und Interessierte so lang und häufig austauschen, wie es ihnen gefiel. Die Rede war frei, so frei, daß mancher über die Stränge schlug, um im Schutze der Anonymität beleidigend zu werden oder seiner schmutzigen Phantasie freien Lauf zu lassen. Mittlerweile werden fast alle Internetforen kontrolliert und durch Moderatoren gegen Auswüchse zensiert. Bei der regionalen Tageszeitung Hessische / Niedersächsische Allgemeine (HNA) in Kassel ist man bei der Moderation inzwischen noch etwas weitergegangen. Dort entschied man sich, neben Beiträgen mit „rassistischem und pornographischem Inhalt“ auch jene „ohne Angabe von Gründen unverzüglich zu entfernen“, die „rechten“ Gedankenguts seien. Forumnutzer, die linken oder gar linksextremen Ansichten anhängen, waren folglich vor jeder Zensur sicher. Jens Nähler, zuständiger Online-Redakteur, gab dann auch auf JF-Anfrage zu, daß er bei manch „heiklen“ Themen wie etwa dem Israel-Libanon-Krieg Kommentare beseitigt habe, die „zu weit gingen“. Allerdings bedauerte er die Formulierung, „gegen rechte Forumeinträge“ vorzuggehen, als mißverständlich. Tatsächlich wurde tags darauf die entlarvende Wortwahl im HNA-Interaktiv-Portal geändert. Neben ungesetzlichen Texten wird nun „ausdrücklich das Verfassen von rassistischen, pornographischen, menschenverachtenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträgen“ untersagt.

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