Keine Termine

Joseph Fischers Terminkalender ist diese Woche leer. Die Internetseite des Außenministers gibt normalerweise Auskunft über Besuche von Staatsgästen, Konferenzen und Reisen Fischers, der stets und ständig um das Wohl Europas und der Welt bemüht ist. In der Woche vom 28. März bis zum 3. April waren nun aber sowohl bei Fischer als auch bei seinen Staatsministern Bury und Müller „keine Termine“ vermerkt. Es wird immer enger für Außenminister Fischer, der außer Minister nie etwas gewesen ist. SPD-Minister wie Rudolf Scharping oder Hertha Däubler-Gmelin sind wegen geringerer Verfehlungen von Schröder aus dem Amt entfernt worden. Der Kanzler hält nur deshalb an Fischer fest, weil der Mann eine Schlüsselfigur in der Regierung ist. Ohne ihn brechen die Grünen in sich zusammen. Die Ökos sind längst zu einer Führerpartei mutiert, aber das steht auf einem anderen Blatt. Jetzt soll Fischer schnell aussagen, fordert die Union und fühlt sich darin bestätigt, daß Rot-Grün dies bisher zu unterbinden versucht hat. Wenn die CDU/CSU/FDP-Minderheit im Untersuchungsausschuß da mal nicht auf dem Holzweg ist! Denn: Je länger die Aussage Fischers hinausgezögert wird, desto größer wird die Spannung. Eine Aussage erst nach der NRW-Landtagswahl würde vermutlich einen höheren politischen Ertrag bringen. Das Ganze hat es schon einmal gegeben. Da zögerte ein Untersuchungsausschuß seine Arbeit bewußt hinaus, um Einfluß auf Wahlen zu nehmen. Gemeint ist der CDU-Spendenskandal-Ausschuß im Jahr 2000. Der hat Schröder damals den Kopf gerettet. Damals.

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