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Englischunterricht schon im Kindergarten?

Viele Eltern fragen sich, ob es sinnvoll ist, wenn Kinder schon im Kindergartenalter Fremdsprachen lernen. Es ist sinnvoll, da kleine Kinder die fremden Laute unbefangen imitieren: Ihnen ist es nicht peinlich, wenn sie Dinge falsch sagen. Sie plappern einfach nach. Außerdem haben kleine Kinder einen enormen Drang zum Lernen. Wenn man ihnen das auf spielerische Art und Weise vermittelt, etwa in einer Spielsprachschule, kann man sie nicht überfordern.

Wissenschaftlich erwiesen ist, daß das kindliche Gehirn in frühen Lebensphasen für bestimmte Fähigkeiten oder Fertigkeiten besonders aufnahmefähig ist. Das gilt unter anderem für die musikalische Früherziehung, aber auch für das frühe Erlernen einer Fremdsprache. Wenn man diese Zeit verpaßt, schließt sich das "Fenster" im Gehirn und die Fähigkeit geht verloren.

Natürlich können Kinder auch später noch Fremdsprachen lernen – aber sie lernen ganz anders. Eine früh erlernte Fremdsprache (etwa bis zum Ende des achten Lebensjahres) wird in den identischen Gehirnarealen verankert wie die Muttersprache. Die Sprache dringt dadurch in viel tiefere Bewußtseinsschichten vor als eine später erlernte Sprache. Die Kinder sind außerdem in der Lage, die Fremdsprache akzentfrei und grammatikalisch korrekt zu erlernen.

Dazu kommt, daß frühkindliche Erfahrungen mit einer Fremdsprache das Gehirn strukturieren. Untersuchungen zeigen etwa, daß Kinder, die zwischen zwei Sprachen hin und her wechseln, besser in Mathematik sind. Das liegt daran, daß das Wechseln zwischen den Sprachen auf das Gehirn wie Gymnastik wirkt: Die Kinder denken logischer. Durch frühkindliches Fremdsprachenlernen bekommen die Kinder außerdem ein Verständnis dafür, daß es andere Kinder in anderen Ländern gibt: Das fördert das Verständnis der Kinder untereinander.

Anja Jezoreck

Liebevolle Worte der Mutter bauen zu kindlichen Erlebnissen Tausende deutscher Assoziationen im Köpfchen des Kindes auf. Myriadenfach verfeinert, erweitert, ordnet dies der Heranwachsende. Ein gutstrukturiertes Begriffsnetz im Gehirn, gewonnen über eine gesellschaftlich optimierte Kultursprache, bringt geistige Leistungsfähigkeit.

Frühenglisch – gar schon im Kindergarten – durchbricht den harmonischen Aufbau. Sprachfremde Begriffe bereichern nicht den ungefestigten Fundus; sie bauen fragmentarische Parallelwelten. Wäre die englische Begriffswelt zur deutschen kompatibel, so wären digitale Echtzeit-Übersetzer Realität – unser Problem gäbe es nicht. Mit Frühenglisch für kleine Kinder zerschlagen wir das Wissen vor seiner Festigung, damit ein Super-Pisa, gar den Tod unserer wunderbaren Sprache vorbereitend. Anders übrigens, wenn Sprachlernen auf ein gefestigtes Begriffsnetz trifft, etwa bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf bis 16 Jahren. Oder wenn ein Kind seit seiner Geburt umfassend durch verschiedensprachige Eltern aufgezogen wird. Jedoch ist mittlerweile widerlegt, daß mehrsprachige Menschen gebildeter seien als einsprachige.

Entlarvend auch das Beispiel der Einwandererkinder: Trotz "bester Bedingungen" – von Muttersprachlern umgeben, nicht nur von radebrechenden Erziehern – sind sie im Durchschnitt zwei Noten schlechter als ihre muttersprachlichen Mitschüler. Hinzu kommt, daß sie ihre Muttersprache auch nicht mehr beherrschen. Was beispielsweise Kinder türkischer Einwanderer erleiden, will förderbereite Politik im Interesse der Globalisierer durch frühkindlichen Sprachunterricht auch deutschen Kindern antun. In der Schweiz gelang es beherzten Pädagogen übrigens, diesen Spuk zu beenden.

Klaus Daessler ist Vorstandsmitglied des Vereins Deutscher Sprache e.V. und Geschäftsführer der Gesellschaft für Mathematische Intelligenz.

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