Kreative Zerstörung

Ein herber Verlust für das kulturelle Erbe der Menschheit: Plünderer haben am Wochenende die Anarchie in Bagdad genutzt, um das berühmte archäologische Museum der Stadt heimzusuchen. Eine nahe stationierte Einheit von US-Soldaten griff nicht ein, als Diebe zahlreiche Kulturschätze wegrafften. Offenbar handelten einige der mutmaßlich schiitischen Einbrecher aus purer Zerstörungslust: Viele unersetzbare Kunstwerke lagen zerschmettert auf dem Boden, als Journalisten den Tatort besichtigten. Der britische Reporter Robert Fisk berichtet: „Sie liegen in zehntausend Stücken auf dem Flur verstreut, die unschätzbaren Antiquitäten der irakischen Geschichte. Die Plünderer gingen von Regal zu Regal und haben systematisch die Statuen, Vasen und Amphoren der Assyrer, Babylonier, Sumerer, Meder, Perser und Griechen auf den Beton geschleudert.“ Was über die Jahretausende erhalten blieb, wurde vernichtet, nur wenige Tage nachdem die Amerikaner die Stadt „befreiten“. Das von Deutschen finanzierte archäologische Museum war erst 2000 nach neunjähriger Pause wiedereröffnet worden. Weltweit wurde die Nachricht vom schweren Kulturvandalismus mit Bestürzung aufgenommen. Unwillkürlich fühlt man sich aber auch an Passagen aus Michael Ledeens Pamphlet „The War Against the Terrormasters“ erinnert: „Kreative Zerstörung“ sei das Motto. „Jeden Tag reißen wir die alte Ordnung ein.“ Man müsse zerstören, um die „historische Mission voranzutreiben“, so der neo-konservative Intellektuelle. Ein Anfang ist gemacht.

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