BERLIN. Im vergangenen Jahr hat es in Zügen und auf Bahnhöfen in Deutschland tausende Gewaltdelikte gegeben. Konkret erfaßte die Bundespolizei für 2025 mehr als 980 Messer- und rund 2.200 Sexualdelikte in diesem Bereich, berichtet die Bild am Sonntag.
Unter den Tatverdächtigen sind Ausländer deutlich überrepräsentiert. Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (etwa 16,9 Prozent) stellte die Bundespolizei nicht-deutsche Tatverdächtige bei Gewaltdelikten fünf Mal häufiger fest als deutsche Staatsangehörige. Bei den Messerattacken stellte die Polizei ausländische Tatverdächtige sechs Mal häufiger fest, bei Sexualdelikten acht Mal häufiger.
Auch Gewalt gegen Polizisten nimmt zu
Besonders stark betroffen waren die großen Hauptbahnhöfe. Die höchste Zahl von Gewaltdelikten wurde demnach in Leipzig (859) verzeichnet. Es folgten Dortmund (735)und Berlin (654). Auch Köln, Hannover, Hamburg, München, Nürnberg, Frankfurt am Main und Düsseldorf gehörten zu den am stärksten belasteten Standorten.
Zudem stieg die Zahl der Angriffe auf Polizisten im Bahnbereich. 2024 hatte die Bundespolizei noch 5.500 Fälle registriert, im vergangenen Jahr stellte sie 5.560 Gewaltdelikte gegen Beamte fest.
Bahn plant neue Sicherheitsmaßnahmen
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Schaffner Anfang Februar (JF berichtete) hatten Bund, Länder und die Deutsche Bahn kürzlich ein Maßnahmenpaket beschlossen. So sollen 200 zusätzliche Bahnmitarbeiter für mehr Sicherheit auf Bahnhöfen sorgen. Zudem plant die Bahn, die Schutzausrüstung ihrer Beschäftigten zu verbessern. Unter anderem sollen mehr Mitarbeiter mit Bodycams ausgestattet werden.
Hinzu kommen verstärkte Verhaltens- und Deeskalationstrainings. Auch sollen Beschäftigte mit Kundenkontakt auf Wunsch einen Notfallknopf erhalten, um im Ernstfall schneller Hilfe zu bekommen. (dh)

